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„Familien gehören zusammen“

Kirchensynode für Familiennachzug

bbiewEine Frau mit ihrer Tochter im Flüchtlingslager Karatepe auf Lesbos

Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat heute (1. Dezember) die Forderung nach einem Familiennachzug auch für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutz bekräftigt. Die Bergsträßer Dekanatssynode hatte bei ihrer Tagung Anfang November in einer Resolution an die Kirchenleitung und die EKHN-Synode appelliert, „sich für einen beschleunigten Familiennachzug einzusetzen und dabei in der laufenden politischen Diskussion eindeutig Stellung zu beziehen.“

EKHN/Diakonie-Hessen/BoosEiner fehlt. Ein von vier Motiven der Postkartenaktion von Diakonie Hessen und EKHN.

Die in Frankfurt tagende Kirchensynode verwies heute auf ihre im Mai verabschiedete Stellungnahme, in der die gegenwärtige Asylpraxis in Deutschland scharf kritisiert und von den politisch Verantwortlichen ein Umdenken gefordert wurde. Mit „Sorge und Unverständnis“ hatten die 140 Delegierten die politischen Debatten über Flüchtlinge und das behördliche Handeln wahrgenommen. Zunehmend stünden Abschiebung und Rückkehr im Vordergrund. „Wir fordern die politisch Verantwortlichen in der Bundes- und Landespolitik dazu auf, ihr Hauptaugenmerk wieder auf die dringend notwendige Integration neu Ankommender in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft zu legen“, hieß es in der Kundgebung.

Integration von Geflüchteten fördern

Dabei setzten sich die Synodalen in der Resolution mit dem Titel „Gegen Glaubensprüfungen durch den Staat und für eine Integration, die den Namen verdient“ auch für eine leichtere Zusammenführung von Familien Geflüchteter ein. Die gegenwärtig restriktiven Regelungen führten dazu, „dass zurück gebliebene Familienangehörige sich immer öfter sogar mit kleinen Kindern auf die lebensgefährlichen Fluchtrouten über das Mittelmeer“ begeben müssten. Zudem erschwere die Beeinträchtigung von  Familienzusammenführungen die Integration. Das Zusammenleben mit ihren Familien müsse auch für Geflüchtete mit vorübergehendem Schutzstatus gelten.

Schutz von Ehe und Familie Gültigkeit verschaffen

Am Freitag hat der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, gefordert, dass „Flüchtlinge nicht über Jahre von ihren Angehörigen getrennt werden dürfen“. Dies aber sei „bittere Realität“. Durch restriktive gesetzliche Regelungen und lange Wartezeiten bei der Visumserteilung blieben Flüchtlingsfamilien oft über Jahre hinweg getrennt. Das verletzt nach Ansicht Rühls Artikel 6 des Grundgesetzes zum Schutz von Ehe und Familie und erschwere die Integration. Befürchtungen, dass der Familiennachzug die Gesellschaft überfordern könnte, widersprächen aktuelle wissenschaftliche Studien und auch Auskünfte der Bundesregierung selbst. Sie zeigten, dass der Familiennachzug zu Flüchtlingen nach Deutschland deutlich geringe Zahlen von Menschen betreffe als bisher angenommen.

Postkartenaktion mit Weihnachtsmotiven gestartet

Rühl verwies auch auf eine besondere Aktion von Kirche und Diakonie in der Adventszeit hin. Im Zentrum der Initiative mit dem Motto „Familien gehören zusammen!“ stehe eine Postkartenserie mit besonderen Weihnachtsmotiven. Sie zeigten traditionelle Krippenmotive, bei denen aber einzelne Figuren der „Heiligen Familie“ fehlen. Daneben finde sich ein erläuternder Text, der auf die dramatische Situation vieler Geflüchteter hinweist.

Not der Menschen in Blick nehmen

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung ergänzte, dass der Blick in die Krippe auf das Leben und die Botschaft von Jesus Christus verweise. In ihm zeige sich, dass Gott das Wohl und Heil aller Menschen wolle. Er sagte wörtlich: „Wenn wir auf Christus schauen, kann uns die Not der Menschen nicht egal sein, die auf der Flucht sind und Schutz suchen.“ Dies bringe die Postkartenaktion im Blick auf den Familiennachzug zum Ausdruck.

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1 Kommentar verfügbar

dirk römer - Erfreulich, erfreulich, dass die EKHN-Synode sich hinter die Resolution des Dekanates Bergstraße stellt.

Vor 2 Wochen 14 Stunden
 

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