Sandra Hirschke / fundus-medien.de

Was Liebe und Herzlichkeit betrifft

Von Dirk Römer

Dass an diesem Wochenende Marias Aufnahme in Gottes Unmittelbarkeit gefeiert wird, das ist seit 1950 „Allgemeinwissen“, zumindest im römisch-katholischen Bereich. Als evangelischer Christ habe ich damit meine Schwierigkeit. Mir reicht es aus, dass Maria die Mutter von Jesus von Nazareth war, den wir als Christus, den „Gesalbten“, feiern. Meine gedankliche Einschränkung ist begründet darin, Maria als Frau des Joseph ernst zu nehmen.

Der britischer Kirchenhistoriker Diarmaid MacCulloch hat jüngst das Buch „Niedriger als die Engel – eine Sexualgeschichte des Christentums“ (München 2026) geschrieben. Darin verdeutlicht er, wie die Christinnen und Christen im Laufe der Geschichte sexuellen und anderen Revolutionen folgten, etwa auch, dass im Laufe der Reformation des 16. Jahrhunderts Ehe und Familie zur eigentlich christlichen Lebensform wurden. Frauen können Mütter sein, oder nicht. Gleichgeschlechtliche - ob Frau und Frau, ob Mann und Mann - hoffen füreinander, lieben einander.

Freilich gibt es unter den Christen, ob evangelisch, katholisch, orthodox und ebenso unter den Gläubigen anderer Religionen unterschiedliche Meinungen, was Sexualität, Liebe und Herzlichkeit betrifft. Persönlich kann ich nur sagen, dass ich oft gefragt werde, ob ich katholischer Geistlicher sei, aber viele kennen meine Frau nicht, sei es drum! Zu ihr und mir gehören unsere fünf Kinder und die neun Enkel.  Am 15. August ist „Mariä Himmelfahrt“ und in drei Monaten „Heilig Abend“. Seien Sie gegrüßt.

  • Der Autor Dirk Römer war Pfarrer der Evangelischen Heilig-Geist-Kirche in Heppenheim, ist jetzt im Ruhestand und lebt in Lorsch.