Sandra Hirschke / fundus-medien.de

Statt Flecken an der Wand

Von Oliver Mattes

Manchmal würde ich gerne wie Luther ein Tintenfass nach ihm werfen. Aber dafür bin ich zu höflich und es gäbe Flecken an der Wand. Die Rede ist vom Teufel. Wie, den gibt es nicht? Doch! Ich bin ihm begegnet. Natürlich nicht leibhaftig. Aber das, wofür der Teufel steht, die diabolische Macht im Leben, die begegnet mir oft. Immer dann, wenn ich zwischen Unrecht und Gerechtigkeit entscheiden muss, wenn ich von zerstörerischen Eingriffen in der Welt höre, ist der „Teufel“ am Werk. Er ist für mich ein Wort für alles, das schadhaften Einfluss hat. Was gegen ihn hilft? Der Wochenspruch aus dem 1. Johannesbrief am Anfang der Passionszeit sagt es: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre!“ (1. Joh 3, 8b)

Auch Jesus ist zu Beginn seines Wirkens der Teufel begegnet. Dieser hat versucht, ihn auf seine Seite zu ziehen. Doch Jesus hat Gott vertraut und am Kreuz die Werke des Teufels, gar den Tod, endgültig zerstört. In der Passionszeit folgen wir Jesus auf seinem Weg. Manche verzichten auf liebgewonnene Passionen im Leben, um sich bewusst zu machen, was unsere eigentliche Leidenschaft in der Nachfolge Jesu sein sollte: nicht das Stück Schokolade zwischendurch, nicht die Zigarette danach, sondern die Werke des Teufels zu zerstören. Das ist mitunter ein „Kampf“, den Versuchungen zu widerstehen. Es hilft, wie Jesus auf Gottes Nahesein zu vertrauen. Dabei tut es auch gut, wie Luther die Höflichkeit außer Acht und uns von der Leidenschaft für das Gute leiten zu lassen. Vielleicht gelingt es uns dann, dem Teufel statt eines Tintenfasses die Worte des Wochenspruchs entgegenzuschleudern. 

Haben Sie eine gesegnete Passionszeit – Ostern kommt.

  • Der Autor Oliver Mattes ist Pfarrer in der Evangelischen Nachbarschaft Bensheim.