Zwei langjährige Mitarbeitende des Evangelischen Dekanats Bergstraße gehen in den Ruhestand: Verwaltungsfachkraft Annette Siegel und Fundraiser Christian Rupp wurden im Heppenheimer Haus der Kirche von ihren Dienstaufträgen entpflichtet. Im Rahmen einer Andacht mit anschließendem Empfang würdigte Dekanin Sonja Mattes ihre Verdienste. Gemeinsam mit Präses Ute Gölz und der stellvertretenden Dekanin Silke Bienhaus verabschiedete sie die beiden im Namen der Dekanatsleitung.
„Viele Jahre haben Sie das Geschehen hier im Dekanat zwischen Ried, Bergstraße und Odenwald mitgestaltet“, sagte Mattes. Dafür seien ihnen die Kirche und viele Menschen persönlich dankbar. Beide hätten ihre unterschiedlichen Fähigkeiten eingebracht und damit die Arbeit des Dekanats geprägt.
Von der Pfarramtssekretärin zur Verwaltungsfachkraft
Für Annette Siegel war eine Tätigkeit bei der Kirche zunächst nicht vorgezeichnet. Sie ist Diplom-Ingenieurin mit wirtschaftsorientiertem Studienschwerpunkt. Nachdem ihre Kinder größer geworden waren, suchte sie eine neue berufliche Herausforderung. Um die Jahrtausendwende begann sie als Pfarramtssekretärin in Rimbach. Im August 2008 bewarb sie sich auf Anregung des Dekanatsteams als Verwaltungsfachkraft und wechselte zum Dekanat.
Seitdem erlebte Siegel zahlreiche Veränderungen. Fusionen und Eingliederungen veränderten das Dekanat, Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten wechselten. Sie begleitete mehrere Dekanatssynodalvorstände und Legislaturperioden der Synode und kümmerte sich um deren Vor- und Nachbereitung. Auch die Planung des Haushalts, der Finanzausgleich und das Transformationsbudget gehörten zu ihren Aufgaben.
Ihre Arbeit hinterließ zudem ganz konkrete Spuren im Haus der Kirche. Mattes erinnerte an Siegels Einsatz für das Gebäude und dessen Umfeld. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit engagierte sich Siegel ehrenamtlich in der Notfallseelsorge.
Fundraising bedeutet mehr als Geld sammeln
Christian Rupp ist studierter Agraringenieur. Bereits bevor er zum Evangelischen Dekanat Bergstraße kam, arbeitete er als Fundraiser für einen Naturschutzverband und brachte damit berufliche Erfahrung auf diesem Gebiet mit.
Im Frühjahr 2008 richtete das damalige Dekanat unter Dekanin Ulrike Scherf eine Pilotstelle der Landeskirche für Fundraising ein. Acht Menschen bewarben sich. Nach dem Bewerbungsgespräch am 13. Mai erhielt Rupp die Stelle als Referent für Öffentlichkeitsarbeit mit dem Schwerpunkt Fundraising.
Seinen Ansatz habe er über die Jahre beibehalten, betonte Mattes: Beim Fundraising gehe es nicht allein darum, Geld zu beschaffen. Vielmehr gelte es, „Schätze zu heben“ und Menschen die Freude am Geben zu vermitteln. Dabei unterstützte Rupp zahlreiche Kirchengemeinden bei ihren Vorhaben.
Die Bandbreite war groß. Rupp begleitete unter anderem den Ausbau des Jugendkellers in Schwanheim und die Sanierung der Kirche in Ober-Beerbach. Er unterstützte die Mitgliederbindung in Jugenheim und half dabei, den Förderverein „Lebendige Kirchengemeinde Zotzenbach“ zu stärken. Mit unterschiedlichen Ideen und Instrumenten warb er nicht nur um finanzielle Unterstützung. Er half den Gemeinden auch, Beziehungen zu Menschen aufzubauen und zu vertiefen.
Für das Dekanat hob Mattes weitere Projekte hervor. Dazu gehörten die Koordination der Kontakte zu den Tafelstandorten der Regionalen Diakonie, das Projekt „Ohne Moos was los“ und die Förderung des Fundraisings im Hospizdienst.
Kollegialität und Gemeinschaft
Neben ihren fachlichen Verdiensten würdigte Mattes auch, wie Siegel und Rupp das Miteinander im Dekanat geprägt hätten. Beiden sei es stets ein Anliegen gewesen, Menschen miteinander zu verbinden und zu einem guten Gemeinschaftsgefühl im Team beizutragen. „Diese Kollegialität und Gemeinschaft werden wir sehr vermissen“, sagte die Dekanin.
Auch in den Grußworten nach der Andacht standen die Verdienste der beiden im Mittelpunkt. Besonders die Arbeit von Christian Rupp würdigten Felicia Schöner, Leiterin des Hospizdienstes Odenwald in Trägerschaft des Evangelischen Dekanats Bergstraße, und Katrin Lindow-Schröder, Referentin für Fundraising und Mitgliederorientierung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
Pfarrerin im Ruhestand Dr. Vera-Sabine Winkler blickte auf die gemeinsame Zeit mit beiden Verabschiedeten zurück. Als frühere Bildungsreferentin im Haus der Kirche war sie lange eine Kollegin von Siegel und Rupp. Sie würdigte deren Arbeit und das gemeinsame Wirken im Dekanat.
Einen humorvollen Akzent setzte das Team des Hauses der Kirche. Wie es dort bei Verabschiedungen guter Brauch ist, sangen die Kolleginnen und Kollegen ein eigens für Siegel und Rupp getextetes Lied. Es stammte aus der Feder des ehemaligen Dekanatsjugendreferenten Bruno Ehret, der den Gesang am Keyboard begleitete.
Auch das Abschiedsgeschenk knüpfte an eine gemeinsame Leidenschaft der künftigen Ruheständler an: Siegel und Rupp fahren beide gerne Fahrrad. Das Team schenkte ihnen deshalb unter anderem jeweils einen Gutschein für ein Fahrradgeschäft.
Dank an das Team zum Abschied
Zum Abschluss ergriffen die beiden künftigen Ruheständler selbst das Wort. Annette Siegel wandte sich mit bewegenden und bewegten Worten an ihre Kolleginnen und Kollegen. Christian Rupp wählte die für ihn passende humorvolle Form und trug ein selbst gedichtetes Gedicht vor.
Bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Beiträge rückten beide dasselbe in den Mittelpunkt: den Dank für die gemeinsame Zeit und für das tolle Team im Haus der Kirche. Zugleich äußerten Siegel und Rupp den Wunsch, dass mit dem Eintritt in den Ruhestand der Kontakt nicht abreißt und man sich auch künftig nicht aus den Augen verliert.
Eine Gelegenheit für ein Wiedersehen steht bereits fest. Die Dekanatsleitung lud beide herzlich zum Betriebsausflug im Herbst ein.
Zuvor hatte Dekanin Sonja Mattes Siegel und Rupp im Rahmen der Andacht von ihren dienstlichen Aufgaben entpflichtet und ihnen für ihren langjährigen Einsatz gedankt. Anschließend wurden beide für ihren neuen Lebensabschnitt gesegnet. Nach der Andacht schlossen sich die Grußworte, der Empfang und ein gemeinsames Mittagessen im Haus der Kirche an.