veröffentlicht 02.03.2026, Ev. Dekanat Bergstraße
Wie politisch darf Kirche sein? Diese Frage stand im Zentrum einer gemeinsamen Klausurtagung der Leitungsgremien des Evangelischen Dekanats Bergstraße und des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda. Begegnungen, Diskussionen und Einblicke in unterschiedliche politische Realitäten prägten das Wochenende.
„Wie politisch kann oder soll Kirche sein?“ – diese Frage stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Klausurtagung des Dekanatssynodalvorstands des Evangelischen Dekanats Bergstraße und des Kreiskirchenrates des Partnerkirchenkreises Eisleben-Sömmerda. Tagungsort war das Wilhelm-Kempf-Haus des katholischen Bistums Limburg im Wiesbadener Ortsteil Naurod.
Das Treffen der beiden Leitungsgremien begann am Freitagabend mit einem gemeinsamen Abendessen und einer ausführlichen Vorstellungsrunde unter der Leitung von Dekanin Sonja Mattes und Präses Ute Gölz sowie Superintendent Andreas Berger und Präses Sibylle Lucas. Daran schloss sich ein liturgisches Abendgebet in der Kapelle der kirchlichen Tagungsstätte an. Der erste Tag des gemeinsamen Wochenendes, der für die Bergsträßer Gruppe bereits am Nachmittag mit einer Sitzung des Dekanatssynodalvorstands begonnen hatte, klang mit einem geselligen Beisammensein aus.
Am Samstag stand nach dem Frühstück – passend zum Thema der Klausurtagung – ein Besuch des Hessischen Landtags im Herzen von Wiesbaden auf dem Programm. Im Rahmen einer Führung besichtigten die Teilnehmenden auch den Plenarsaal. Das Thema „Wie politisch kann oder soll Kirche sein?“ wurde nach dem Mittagessen gemeinsam mit Oberkirchenrat Pfarrer Dr. Martin Mencke im Mauritiussaal der Wiesbadener Marktkirche vertieft. Mencke ist seit Juni 2023 Beauftragter der Evangelischen Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung.
Der Austausch im Anschluss an den Impulsvortrag von Dr. Mencke machte unter anderem erneut deutlich, dass die Teilnehmenden aus sehr unterschiedlichen politischen Kontexten stammen. Dies zeigte sich beispielhaft am Blick auf die AfD:
Während die sogenannte „Alternative für Deutschland“ im Bergsträßer Kreistag mit einem Stimmenanteil von 8,1 Prozent und im Hessischen Landtag mit 18,4 Prozent vertreten ist, hat die Partei im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda, der Regionen in Sachsen-Anhalt (Mansfeld-Südharz) und Thüringen (Landkreis Sömmerda) umfasst, ein deutlich anderes politisches Gewicht. In manchen Ortschaften erzielt die AfD dort Wahlergebnisse jenseits der 50-Prozent-Marke.
Mit Blick auf die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt hat die Partei zudem angekündigt, die sogenannten „Staatsleistungen“ – Zahlungen des Staates an die Kirchen – beenden und keine Kirchensteuern mehr einziehen zu wollen. Die Kirchenvertreterinnen und -vertreter aus der Region Eisleben-Sömmerda berichteten darüber hinaus auch von persönlichen Anfeindungen.
Auch der zweite Tag des gemeinsamen Wochenendes klang nach dem Abendessen mit einem geselligen Beisammensein aus. Zuvor hatten sich die Teilnehmenden über aktuelle Themen aus dem Dekanat beziehungsweise dem Kirchenkreis ausgetauscht. Dabei ging es unter anderem um Kriterien für die Stellenbemessung und Fragen der Gebäudekonzeption.
Die Klausurtagung wurde am Sonntag nach dem Frühstück mit einer Andacht fortgesetzt. Es folgte ein Austausch über die zukünftige Zusammenarbeit und mögliche gemeinsame Projekte. Beendet wurde das gemeinsame Wochenende mit einem gemeinsamen Mittagessen, anschließend kehrten die Teilnehmenden in ihre jeweiligen Regionen zurück.