Am Sonntag, 10. Mai, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Gadernheim erstmals zu einer besonderen Muttertags-Veranstaltung auf den Friedhof ein. Unter dem Titel „Muttertag – zwischen Himmel und Erde“ öffnen Pfarrerin Marion Mühlmeier, Vikar Joshua van der Linden und das Team zwischen 11 und 12.30 Uhr einen geschützten Raum für alle, die an diesem Tag an ihre verstorbene Mutter denken möchten.
Der Muttertag steht für viele Menschen im Zeichen von Nähe, gemeinsamen Stunden und kleinen Gesten der Dankbarkeit. Doch für diejenigen, deren Mutter bereits gestorben ist, kann dieser Tag schmerzhaft sein. Genau hier setzt das neue Angebot an. Es richtet sich an alle, die ihre Mutter verloren haben – unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt oder unter welchen Umständen er eingetreten ist.
Auf dem Friedhof können die Teilnehmenden auf unterschiedliche Weise ihrer Erinnerung Ausdruck verleihen. Sie können Gedanken aufschreiben, Kerzengläser gestalten oder Steine bemalen. Ebenso ist Raum für stille Momente, Gespräche oder persönliche Fürbitten. Wer möchte, kann sich segnen lassen oder einfach verweilen.
Das Angebot bezieht bewusst verschiedene Formen von Mutterschaft ein. Es erinnert nicht nur an die eigene Mutter, sondern auch an Schwiegermütter oder andere enge Bezugspersonen, die eine mütterliche Rolle gespielt haben. Im Mittelpunkt stehen gegenseitige Stärkung und der Austausch unter den Anwesenden.
Die Idee entstand aus der Frage, wie Menschen mit dem Muttertag umgehen, wenn ihre Mutter fehlt. Die Kirchengemeinde greift damit ein Thema auf, das im Alltag oft wenig Platz findet. Gleichzeitig ist die Veranstaltung Teil eines neuen Ansatzes: Kirche möchte neben klassischen Gottesdiensten weitere Formen des Miteinanders erproben.
Die Verantwortlichen verstehen das Angebot als Einladung, Trauer zuzulassen und zugleich die Verbindung zur verstorbenen Mutter bewusst zu würdigen. Beziehungen enden nicht mit dem Tod. Sie können auch über den Tod hinaus erinnert und in Gedanken weitergeführt werden. Das Team der Evangelischen Kirchengemeinde Gadernheim begleitet die Teilnehmenden und steht für Gespräche bereit, wenn Erinnerungen oder Gefühle Raum brauchen.