Der 22. Lampertheimer Orgelsommer wird am Sonntag, 16. August, um 20 Uhr in der Domkirche fortgesetzt. Beim dritten Konzert der Reihe ist Matthias Maierhofer zu Gast. Der Professor für Orgel an der Musikhochschule Freiburg und Domorganist am Freiburger Münster bringt ein Programm mit, das mehr als drei Jahrhunderte Orgelmusik umfasst. Werke von Dieterich Buxtehude und Johann Sebastian Bach treffen dabei auf Musik von César Franck, Giacinto Scelsi und Akira Nishimura.
Den Abend eröffnet Dieterich Buxtehudes Toccata in d, BuxWV 155. Der um 1637 geborene Komponist zählt zu den bedeutenden Vertretern der norddeutschen Orgelschule. Danach folgt mit „In nomine lucis“ von Giacinto Scelsi ein Sprung ins 20. Jahrhundert. Der italienische Komponist lebte von 1905 bis 1988.
Mit dem Choral h-Moll von César Franck steht anschließend ein Werk der französischen Orgelromantik auf dem Programm. Einen weiteren deutlichen Kontrast setzt „Vision in Flames“ des japanischen Komponisten Akira Nishimura, der von 1953 bis 2023 lebte. Zum Abschluss spielt Maierhofer Johann Sebastian Bachs Passacaglia BWV 582. Damit führt das Programm zurück zum Barock.
Matthias Maierhofer wirkt seit 2016 als Professor für Orgel an der Musikhochschule Freiburg und als Domorganist am Münster „Unserer Lieben Frau“ in Freiburg. Seine Ausbildung führte ihn an die Hochschulen in Graz, Freiburg und Leipzig sowie an die Schola Cantorum in Basel. Er studierte Orgel, Alte Musik und Kirchenmusik. Bereits während seines Studiums gewann er Preise bei internationalen Orgelwettbewerben in Arnstadt, Kitzbühel, Nijmegen, Nürnberg und Vilnius. Es folgten Konzerte in zahlreichen europäischen Ländern sowie in den USA, Russland, Japan und Südkorea.
Auch als Continuospieler arbeitete Maierhofer mit renommierten Ensembles zusammen. Dazu gehören der Dresdner Kreuzchor, der Thomanerchor Leipzig, die Staatskapelle Dresden und die Staatskapelle Halle. Aufnahmen entstanden für verschiedene Rundfunkanstalten sowie für die Labels Ambitus, Ambiente und Spektral. Zudem wirkte er an CD-Produktionen und Publikationen der Edition Helbling mit.
Von 2009 bis 2013 leitete Maierhofer eine Orgelklasse an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Anschließend führte ihn sein beruflicher Weg in die USA. 2013 übernahm er an der University of Texas in Austin die Professur für Orgel und Kirchenmusik als Nachfolger von Gerre Hancock. Für seine pädagogische Arbeit ernannte ihn die Universität 2015 zum Dean's Fellow. Zudem erhielt er das Ducloux Fellowship des College of Fine Arts. Heute unterrichtet Maierhofer regelmäßig bei Kursen und gehört Jurys von Orgelwettbewerben an.
Das Konzert ist Teil des 22. Lampertheimer Orgelsommers. Die Reihe steht in diesem Jahr unter dem Motto „Norden – Osten – Süden – Westen“. An jedem Sonntag im August erklingt um 20 Uhr die Orgel der Domkirche. Zu Beginn der Konzertabende geben die Organistinnen und Organisten jeweils eine kurze Einführung in ihr Programm. Nach den Konzerten lädt der Förderverein der Domkirche auf den Domplatz ein. Bei einem Glas Wein oder Wasser können die Gäste dort mit den Mitwirkenden ins Gespräch kommen. Die Reihe wird von cultur communal der Stadt Lampertheim gefördert. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Tickets gibt es an der Abendkasse.
Nach dem Auftritt Maierhofers stehen noch zwei Konzerte auf dem Programm. Am 23. August spielt Martin Bambauer, Kantor und Organist an der Konstantin-Basilika Trier. Seine musikalische Reise führt nach Frankreich, Liechtenstein und England. Zu hören sind unter anderem Werke von Théodore Salomé, Théodore Dubois, Josef Rheinberger, Hubert Parry und Iain Farrington. Den Abschluss gestaltet am 30. August die Lampertheimer Kantorin und Initiatorin des Orgelsommers Heike Ittmann. Ihr Programm reicht von Dieterich Buxtehude, François Couperin, Girolamo Frescobaldi und Johann Sebastian Bach über César Franck und Marco Enrico Bossi bis zu Petr Eben und Jean-Charles Gandrille.
Parallel zum Orgelsommer greift eine Predigtreihe in den Sonntagsgottesdiensten das Motto der Himmelsrichtungen auf. Sie steht unter der Überschrift „Norden, Süden, Osten, Westen – überall ist Gott“. Am 16. August widmet sich Pfarrer Markus Müsebeck der Himmelsrichtung Süden. Am 23. August folgt Pfarrer Karl Hans Geil mit dem Westen. Den Abschluss übernimmt am 30. August Pfarrerin Sabine Sauerwein unter dem Stichwort „Überall“.