Gelungener Auftakt für „Diskutier-Bar“ in Bensheim

veröffentlicht 04.05.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

18 Menschen diskutierten in Bensheim bei der ersten „Diskutier-Bar“ über gesellschaftliche Fragen. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz: Der offene Austausch gelang, neue Themen entstanden – und eine Fortsetzung ist bereits geplant.

18 Personen haben sich dieser Tage im Bensheimer Café Klostergarten zur ersten „Diskutier-Bar“ getroffen. Veranstaltet wurde das neue Dialogformat von Kooperationspartnern des Bündnisses Demokratie und Zivilcourage an der Bergstraße, unterstützt vom Evangelischen Dekanat Bergstraße sowie dem Verein „Fabian Salars Erbe“ (Verein für Toleranz & Zivilcourage). Ziel der Veranstaltung war es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen – offen, respektvoll und jenseits digitaler Debatten. 

Das Konzept ging auf: In moderierten Tischrunden diskutierten die Teilnehmenden über gesellschaftliche Fragen und brachten eigene Themen ein. Die Bandbreite reichte von kommunalen Herausforderungen bis hin zu persönlichen Lebensfragen. Schon im Vorfeld hatten die Organisierenden Themen wie „Warum hat meine Stadt zu wenig Geld?“ oder „Pflege: Was tun, wenn Eltern alt werden?“ vorgeschlagen. Entscheidend war jedoch, dass die Inhalte des Abends vor Ort gemeinsam festgelegt wurden.

Sabine Allmenröder, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Bergstraße, zieht im Namen der Veranstaltenden eine positive Bilanz: „Der Abend war ein guter Auftakt.“ Zehn Frauen und acht Männer nahmen teil. Sie erklärt: „Unser Vorbereitungskreis besteht ja schon aus sieben Personen, überdies waren noch einige Unterstützende gekommen, so dass eigentlich nur neun ‚richtige‘ Teilnehmende den Weg zu uns gefunden habe, nämlich sieben Männer und zwei Frauen.“ 

Die Atmosphäre beschreibt Allmenröder als offen und lebendig. „Die Stimmung war aufgeschlossen und entspannt, auch wenn es bei den anschließenden Tischrunden dann zeitweise hoch her ging.“ Gleichzeitig hätten sich jedoch alle an die Gesprächsregeln gehalten: „Alle konnten sich gut auf die Gesprächsregeln einlassen und den Austausch so gestalten, dass viele zu Wort kommen konnten.“ 

Neben den vorbereiteten Fragen brachten die Teilnehmenden weitere Themen ein. Diskutiert wurde unter anderem: „Gehört eine Brandmauer zur Demokratie?“, „Was kann ich aktiv gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft tun?“, „Corona Aufarbeitung: findet sie jetzt wirklich statt?“ sowie „Wie können wir positive Visionen für unsere Gesellschaft entwickeln und die Spaltung überwinden?“ 

Die Rückmeldungen am Ende des Abends fielen durchweg positiv aus. Allmenröder berichtet: „Die Menschen fanden den Austausch mit Menschen, die völlig andere Ansichten haben, interessant und haben sich gesehen und gehört gefühlt.“ 

Das Format will bewusst einen Gegenpol zu digitalen Diskussionen setzen. Unter dem Motto „Gib Bots und Algorithmen keine Chance – rede mit Menschen!“ soll der direkte Austausch gestärkt werden. Hintergrund ist auch die Wahrnehmung vieler Menschen, dass die Gesellschaft zunehmend auseinanderdriftet. Studien zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung eine Spaltung wahrnimmt und nur etwa die Hälfte mit der Demokratie zufrieden ist. 

Vorbild für das Format „Diskutier-Bar“ ist aus evangelischer Sicht die Kampagne #VerständigungsOrte, die Dialogmöglichkeiten schaffen will, um sich über gesellschaftliche Krisen und Konflikte auszutauschen. Sie zielt darauf ab, eine breite Bewegung anzustoßen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, der gefühlten Polarisierung entgegenzuwirken und tragfähige Antworten auf die zentrale Frage zu finden: Wie wollen wir künftig gemeinsam leben?

Nach dem erfolgreichen Start blicken die Veranstalter nach vorn. Allmenröder sagt: „Wir hoffen nun, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda die Runde beim zweiten Mal größer werden lässt.“ Ein neuer Termin und ein weiterer Veranstaltungsort sollen in Kürze bekanntgegeben werden.