Die Evangelische Kirchengemeinde Auerbach setzt ihre im April gestartete Vortragsreihe „Gesunde Stunde“ fort. Am Mittwoch, 19. August, und Mittwoch, 26. August, geht es um Diabetes mellitus. Heilpraktiker Martin Elsell aus Bensheim erläutert an beiden Abenden, was hinter der weit verbreiteten Stoffwechselerkrankung steckt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Bachgasse 39 in Auerbach.
Die Reihe hatte im Frühjahr mit zwei Vorträgen über Alzheimer-Demenz begonnen. Dabei ging es unter anderem um Ursachen und Risikofaktoren sowie um die Frage, was Menschen selbst zur Vorbeugung beitragen können. Mit dem Thema Diabetes greift die Kirchengemeinde nun eine weitere Erkrankung auf, die viele Menschen unmittelbar oder im Familien- und Bekanntenkreis betrifft.
„Honigsüßer Durchfluss“ lautet die wörtliche Übersetzung von Diabetes mellitus. Der ungewöhnliche Name verweist auf die Geschichte der Diagnose. In früheren Zeiten erkannten Menschen die Erkrankung am süßen Geschmack des Urins. Heute lässt sich Diabetes mit modernen Untersuchungen feststellen. Zugleich weiß die Medizin wesentlich mehr darüber, wie komplex die Erkrankung ist.
Denn Diabetes betrifft weit mehr als den Blutzuckerspiegel. In seinen beiden Vorträgen will Elsell deshalb erklären, welche Vorgänge im Körper aus dem Gleichgewicht geraten und wie verschiedene Organe und Stoffwechselprozesse zusammenspielen. Dabei richtet er den Blick auch auf Vorgänge innerhalb der Körperzellen.
Eine zentrale Frage lautet, wie der Körper Zucker verarbeitet. Glukose dient den Zellen als wichtiger Energielieferant. Bei Diabetes funktioniert ihre Aufnahme und Verwertung jedoch nicht mehr so, wie sie sollte. Elsell erläutert, welche Mechanismen daran beteiligt sind und welche Rolle die Leber im Stoffwechsel spielt.
Auch die Ernährung kommt zur Sprache. Der Referent geht der Frage nach, warum ein hoher Konsum von Kohlenhydraten die Bildung von Körperfett fördern kann. Dabei beschäftigt er sich besonders mit dem sogenannten viszeralen Fett. Dieses Fett lagert sich im Bauchraum um die inneren Organe ab. Es ist nach Elsells Darstellung nicht lediglich ein Energiespeicher, sondern beteiligt sich aktiv an Vorgängen, die das Krankheitsgeschehen beeinflussen können.
Die beiden Abende sollen außerdem verständlich machen, warum Diabetes nicht auf einen einzelnen Messwert reduziert werden kann. Elsell betrachtet das Zusammenspiel verschiedener Organsysteme und erklärt, was auf der Ebene der Zellen geschieht. So sollen auch Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse nachvollziehen können, welche Prozesse hinter der Erkrankung stehen.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt Vitaminen und anderen Mikronährstoffen. Elsell erläutert, welche Stoffe für einen funktionierenden Stoffwechsel wichtig sind. Zudem geht er darauf ein, welche Mikronährstoffe bei Diabetes verstärkt verloren gehen können und weshalb sie nach seiner Einschätzung besondere Beachtung verdienen.
Auch die Behandlung der Erkrankung ist Thema. Der Referent stellt verschiedene Medikamente und ihre Wirkungsweisen vor. Zugleich fragt er danach, an welchen Stellen eine Therapie Symptome behandelt und welche Faktoren zur Entstehung und zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen können.
Damit knüpft die Fortsetzung an das Konzept an, mit dem die Kirchengemeinde die „Gesunde Stunde“ im April begonnen hat. Die Vorträge sollen gesundheitliche Zusammenhänge verständlich erklären und dazu anregen, sich mit den Möglichkeiten der Prävention und dem eigenen Lebensstil auseinanderzusetzen.
Elsell möchte dabei nicht allein beschreiben, was bei Diabetes im Körper aus dem Lot gerät. Zum Abschluss richtet er den Blick auf die Frage, welche Möglichkeiten Betroffene haben, selbst Einfluss auf ihre Situation zu nehmen. Unter dem Gedanken „Mögliche Wege aus der Krise“ fasst er Ansätze zusammen, die sich aus den zuvor erläuterten Zusammenhängen ergeben.