Heike Ittmann beschließt den Lampertheimer Orgelsommer

veröffentlicht 22.08.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Zum Abschluss des 22. Lampertheimer Orgelsommers nimmt am Sonntag, 30. August, Heike Ittmann an der Orgel der Domkirche Platz. Die Kantorin und Initiatorin der Konzertreihe spannt musikalisch einen Bogen über mehr als vier Jahrhunderte.

Mit einem Konzert der Lampertheimer Kantorin Heike Ittmann endet am Sonntag, 30. August, der 22. Lampertheimer Orgelsommer. Beginn ist um 20 Uhr in der Domkirche. Nach vier Gastspielen renommierter Organisten aus Hamburg, Dresden, Freiburg und Trier übernimmt damit zum Abschluss die Gastgeberin selbst die Orgel. Ittmann hat den Orgelsommer ins Leben gerufen und prägt die Reihe seit vielen Jahren als künstlerische Leiterin.

Ihr Programm führt durch mehr als vier Jahrhunderte Orgelmusik. Es reicht von Dieterich Buxtehude, François Couperin und Girolamo Frescobaldi über Johann Sebastian Bach bis zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Dabei wechseln barocke Formen mit romantischer Klangfülle und zeitgenössischer Tonsprache.

Den Abend eröffnet Ittmann mit der Toccata in C-Dur von Dieterich Buxtehude. Es folgen das „Offertoire“ aus der „Messe des Couvents“ von François Couperin und die „Canzona quarta“ von Girolamo Frescobaldi. Mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge C-Dur, BWV 545, steht anschließend eines der Werke des großen Barockkomponisten auf dem Programm.

Mit Jean Sibelius führt der Abend ins 19. und 20. Jahrhundert. Von dem finnischen Komponisten erklingt die „Intrada“ op. 111a. Danach folgen gleich zwei Werke mit dem Titel „Pièce héroïque“: zunächst die Komposition von César Franck, anschließend das „Pièce héroïque“ op. 128 des Italieners Marco Enrico Bossi.

Auch weniger häufig zu hörende Orgelmusik gehört zum Programm des Abschlusskonzerts. Ittmann spielt den „Chant solennel“ op. 10, 1 von Dezsö Antalffy-Zsiross. Mit „Moto ostinato“ aus der „Sonntagsmusik“ von Petr Eben erreicht das Programm die Musik des 20. Jahrhunderts. Den jüngsten Komponisten des Abends hat Ittmann für den Schluss aufgehoben: Jean-Charles Gandrille, Jahrgang 1982. Von ihm erklingt „Après une lecture de Reich“.

Für Ittmann ist der Abschlussabend zugleich ein Heimspiel. Seit 2003 wirkt sie als Kantorin in Lampertheim und als Organistin an der Domkirche. Nach dem Abitur studierte die gebürtige Darmstädterin Evangelische Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg. 1999 schloss sie ihr Studium mit dem A-Examen ab und erhielt Auszeichnungen in Orgel und Orgelimprovisation. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung mit einem künstlerischen Aufbaustudium bei Professor Johannes Geffert an der Staatlichen Musikhochschule Köln fort.

Weitere Impulse erhielt Ittmann bei zahlreichen Meisterkursen. Zu ihren Lehrern gehörten unter anderem Jean Boyer, Thierry Escaich, Ludger Lohmann, Jon Laukvik, Ewald Kooiman, Wolfgang Seifen und Thomas Trotter. Von 2000 bis 2002 arbeitete sie als Assistentin des nordbadischen Landeskantors Johannes Michel an der Christuskirche Mannheim.

Als Orgelsolistin konzertiert Ittmann in Deutschland und im europäischen Ausland. Außerdem begleitet sie regelmäßig Chöre, Solistinnen und Solisten sowie Ensembles. Uraufführungen von Werken unter anderem von Naji Hakim, Andrea Csollány und Jürgen Essl gehören ebenso zu ihrem künstlerischen Profil wie CD-Produktionen und Aufnahmen für Rundfunkanstalten. 2018 zeichnete die Stadt Lampertheim sie mit ihrem ersten Kulturpreis aus.

Mit ihrem Konzert schließt Ittmann eine Reihe ab, die in diesem Jahr unter dem Motto „Norden – Osten – Süden – Westen“ stand. An jedem Sonntag im August war die Domkirche Schauplatz eines Orgelkonzerts. Den Auftakt machte am 2. August Gerhard Löffler von St. Jacobi in Hamburg. Es folgten Holger Gehring von der Dresdner Kreuzkirche, Matthias Maierhofer vom Freiburger Münster und Martin Bambauer von der Konstantin-Basilika in Trier. Mit Ittmann kehrt der Orgelsommer am fünften und letzten Abend musikalisch zu seiner Gastgeberin nach Lampertheim zurück.

Das Motto der Konzertreihe begleitet in diesem Jahr auch die Gottesdienste in der Domkirche. Unter der Überschrift „Norden, Süden, Osten, Westen – überall ist Gott“ greifen die Predigten biblische Texte mit Bezügen zu den Himmelsrichtungen auf. Zum Abschluss der Predigtreihe am 30. August steht „Überall“ im Mittelpunkt. Den Gottesdienst gestaltet Pfarrerin Sabine Sauerwein.

Wie bei den vorangegangenen Konzerten gibt es zu Beginn des Abends eine kurze Einführung in das Programm. Nach dem Konzert lädt der Förderverein der Domkirche auf den Domplatz ein. Bei einem Glas Wein oder Wasser können die Gäste dort miteinander und mit der Organistin ins Gespräch kommen.

Die Konzertreihe wird von cultur communal der Stadt Lampertheim gefördert. Der Eintritt zum Abschlusskonzert kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.