Holger Schmitt neuer Vorsitzender des Fördervereins der Notfallseelsorge

veröffentlicht 26.03.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Der Förderverein der Notfallseelsorge Bergstraße hat bei seiner Jahreshauptversammlung in Heppenheim einen Wechsel an der Spitze vollzogen: Holger Schmitt wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zugleich würdigte der Verein die Arbeit der Notfallseelsorge, ihre stabile finanzielle Basis und das Engagement des scheidenden Vorsitzenden Gottfried Störmer.

Der Förderverein der Notfallseelsorge (NFS) Bergstraße hat bei seiner Jahreshauptversammlung im Heppenheimer Haus der Kirche - dem Sitz des Evangelischen Dekanats Bergstraße und der NFS-Geschäftsstelle - einen Wechsel an der Spitze beschlossen: Der Rimbacher Bürgermeister Holger Schmitt wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Im Mittelpunkt des Abends standen auch der Jahresbericht des scheidenden Vorsitzenden Gottfried Störmer, ehemaliger Rathauschef von Lampertheim, der Kassenbericht sowie die Einsatzbilanz der Notfallseelsorge.

Gottfried Störmer, der acht Jahre lang die Verantwortung an der Spitze trug, zog eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Der Förderverein habe die Notfallseelsorge erneut in großem Umfang unterstützt, sagte er. Finanziert wurden unter anderem Ausrüstung und Fortbildungen, damit die Ehrenamtlichen ihre Aufgabe „hochprofessionell“ erfüllen könnten. Auch das Spendenaufkommen sei sehr erfreulich gewesen. Die Bereitschaft, die Arbeit der Notfallseelsorge zu unterstützen, sei ungebrochen.

Zugleich verwies Störmer auf die wachsende öffentliche Wahrnehmung dieser Hilfe. Nach belastenden Ereignissen werde immer deutlicher, dass neben Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst auch die psychosoziale Begleitung gebraucht werde. Diese Wertschätzung komme inzwischen auch in Politik und Verwaltung an. 

Als verlässliche Größe bezeichnete Störmer die Mitgliederbasis des Vereins. Zwar gebe es immer wieder Ein- und Austritte, etwa durch Zusammenschlüsse von Kirchengemeinden. Insgesamt bleibe der Förderverein aber stabil aufgestellt. Bewährt habe sich auch das Herbstfest, das sich nach seinen Worten als fester Treffpunkt für Austausch und Begegnung etabliert habe.

Schatzmeister Hermann Waßmuth schilderte eine solide wirtschaftliche Lage. Die Kassenentwicklung sei im vergangenen Jahr positiv gewesen, vor allem wegen eines außergewöhnlich hohen Spendenaufkommens. Der Verein könne die Arbeit der Notfallseelsorge weiterhin verlässlich fördern.

Waßmuth machte zugleich deutlich, dass die Einnahmen aus Spenden schwanken. Umso wichtiger seien regelmäßige Mitgliedsbeiträge als stabiles Fundament. Auch für das laufende Jahr sieht der Vorstand den Verein handlungsfähig. Rücklagen könnten im Sinne des Vereinszwecks eingesetzt werden, denn der Förderverein wolle die Notfallseelsorge fördern und „keine Sparkasse“ sein. 

Einen eindrucksvollen Einblick in die praktische Arbeit gab Michael Held, Beauftragter für Notfallseelsorge des katholischen Bistums Mainz im Kreis Bergstraße. Die Notfallseelsorge sei im vergangenen Jahr erneut stark gefragt gewesen. Die Zahl der Einsätze sei gestiegen, ebenso die Zahl der betreuten Menschen. Besonders häufig werde das Team nach plötzlichen Todesfällen, nach erfolglosen Reanimationen, bei Suiziden, Verkehrsunfällen oder zur Begleitung bei Todesnachrichten gerufen.

Held betonte, dass die Notfallseelsorge im gesamten Kreisgebiet rund um die Uhr einsatzbereit sei und eng mit Leitstelle, Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr zusammenarbeite. Die Rückmeldungen zur Zusammenarbeit seien durchweg positiv. 

Zugleich berichtete Held von einer stabilen Personaldecke. Einige Mitglieder hätten das Team verlassen, neue Kräfte seien hinzugekommen, weitere würden ausgebildet. Auch in der Fortbildung bleibe die Notfallseelsorge aktiv, und das auch in der Einsatznachsorge für Rettungskräfte. Für diese Arbeit sei die Unterstützung durch den Förderverein von großer Bedeutung. Andere Systeme in der Region seien, wie er sagte, „ganz neidisch“, weil sie keinen vergleichbaren Förderverein hätten. Kleidung, Ausbildung und Fortbildung könnten in Bergstraße auch dank dieser Hilfe finanziert werden. 

Vor der Wahl des neuen Vorsitzes begründete Gottfried Störmer seinen Rückzug. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Lampertheimer Bürgermeister fehle ihm das öffentliche Mandat, das für die Arbeit an der Spitze des Fördervereins hilfreich sei. Wer ein solches Amt innehabe, verfüge über Netzwerke und könne den Verein nach außen gut vertreten. Deshalb schlug er seinen Rimbacher Kollegen Holger Schmitt als Nachfolger vor. 

Zugleich dankte Störmer dem Vorstand, den Mitgliedern und den Aktiven der Notfallseelsorge für die vergangenen Jahre. Die Aufgabe sei für ihn eine „angenehme Aufgabe“ gewesen, getragen von Kontinuität und einer engen Verbindung zwischen Förderverein und operativer Arbeit. 

Die zweite Vorsitzende Barbara Tarnow würdigte Störmers Wirken mit herzlichen Worten. Er habe den Verein mit großem Engagement, Weitsicht, Herzblut und Sachverstand geführt. Dafür sei man ihm „sehr, sehr dankbar“. Tarnow sagte, es sei für Vorstand und Mitglieder eine gute Zeit mit ihm gewesen. Zugleich begrüßte sie den neuen Vorsitzenden und betonte, Schmitt sei dem Förderverein und der Notfallseelsorge seit vielen Jahren eng verbunden. Man freue sich sehr auf die Zusammenarbeit. 

Holger Schmitt nahm die Wahl an und machte in seiner Antrittsrede deutlich, warum ihm die Aufgabe persönlich wichtig ist: Als seine Familie vor nahezu zehn Jahren vom tragischen Unfalltod der zu dieser Zeit in Neuseeland weilenden Tochter erfuhr, da standen Ehrenamtliche der Notfallseelsorge Bergstraße seiner Familie unterstützend zur Seite. Er empfinde diese Verbindung „ein Stück weit als Schicksalsgemeinschaft“. Deshalb habe er keine Sekunde gezögert, als er auf eine mögliche Kandidatur angesprochen worden sei.

Die Aufgabe eines Fördervereins sei es, Geld zu sammeln und die Finanzierung sicherzustellen. Dahinter stünden aber auch viele Menschen mit eigenen belastenden Erfahrungen, die wüssten, wie wichtig es sei, Betroffene in einer Extremsituation aufzufangen. Es sei für ihn „unglaublich“, was Ehrenamtliche hier leisteten. 

Für die Zukunft kündigte Schmitt an, seine Netzwerke für den Verein einzusetzen, neue Mitglieder zu werben und weitere Unterstützende anzusprechen. Viele Menschen wüssten noch immer zu wenig über die Arbeit der Notfallseelsorge. „Betroffene werden es nie vergessen, aber es gibt viele, die es noch nicht wissen“, sagte er. Dafür wolle er mehr Öffentlichkeit schaffen. Sein Wunsch zum Schluss: eine gute Zusammenarbeit und „möglichst wenig Einsätze“. 

Ein Grußwort sprach auch Ute Gölz, Präses des Evangelischen Dekanats Bergstraße. Sie dankte Störmer für seinen Einsatz und dem gesamten Vorstand für die geleistete Arbeit. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich, dass die derzeit vakante Koordinationsstelle in der Notfallseelsorge bald wieder besetzt werden kann. Schmitt dankte sie dafür, dass er „so selbstverständlich“ Verantwortung übernehme. Sie freue sich, dass der Übergang an der Spitze so nahtlos gelungen sei. 

Mit viel Anerkennung für die Arbeit der Ehrenamtlichen, einem geordneten Wechsel im Vorsitz und einer stabilen finanziellen Grundlage sendete die Jahreshauptversammlung des Fördervereins damit ein klares Signal: Die Notfallseelsorge Bergstraße soll auch künftig verlässlich unterstützt werden.