Mit Querflöten, E-Bass, Effekten und Live-Looping sind Stephanie Wagner und Norbert Dömling am Freitag, 4. September, bei „Kultur am Freitagabend“ zu Gast. Das Seeheim-Jugenheimer Jazz-Duo „Flute ’n’ Bass“ stellt ab 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Jugenheim, Lindenstraße 6, sein neues Programm „Elektrolyte“ vor. Die Evangelische Kirchengemeinde Jugenheim lädt zu dem Konzert ein. Der Eintritt ist frei, Einlass ist ab 19 Uhr.
Mit „Elektrolyte“ erweitert „Flute ’n’ Bass“ sein Klangspektrum deutlich. Das Duo begann ursprünglich rein akustisch mit Querflöte und Kontrabass. Sein Album „Traces“ wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert. Im neuen Programm treten nun C-, Alt- und Bassquerflöte mit E-Bass und sechssaitigem Fretless-Bass in einen musikalischen Dialog. Beide arbeiten außerdem mit Effekten und Live-Looping.
Die elektrische Ausrichtung eröffnet Wagner und Dömling zusätzliche Klangfarben. Schwebende Flächen wechseln mit pulsierenden Mustern, fragilen Obertönen und Klangstrukturen, die während des Spiels entstehen, sich verändern und wieder auflösen. Trotz der technischen Möglichkeiten bleibt der spontane Austausch zwischen Flöte und Bass im Mittelpunkt.
Dabei entsteht die Musik vollständig in Echtzeit. Das Duo verzichtet auf vorbereitete Loops und Backingtracks. Auch elektronische Effekte dienen nicht dazu, vorproduziertes Material abzuspielen. Wagner und Dömling entwickeln ihre Klangwelten unmittelbar auf der Bühne. Improvisation, musikalisches Risiko und die direkte Reaktion aufeinander prägen das Zusammenspiel.
Das Programm reicht von rhythmischen Loops und perkussiven Flötenimprovisationen bis zu transkribierten Vogelgesängen, tiefen Bassklängen und intimen Solopassagen. Ruhige, nach innen gekehrte Nachtstücke stehen neben experimentellen Klangcollagen und weiträumigen, beinahe kosmisch wirkenden Sounds. So bewegt sich die Musik zwischen sorgfältig angelegten Strukturen und spontaner Improvisation.
Dr. Wolfram Knauer, ehemaliger Leiter des Jazzinstituts Darmstadt, beschreibt „Elektrolyte“ als eine Verbindung von Bass und Flöte zu „faszinierenden Klangwelten“. Er hebt die große Spannweite des Programms hervor: Die Musik sei „mal kraftvoll, mal zart, mal experimentell“. Wagner und Dömling erkundeten dabei Improvisation, unterschiedliche Effekte und Klangcollagen. Knauer spricht von einer Reise durch „Sound, Gefühl und lebendige Musik“, die zwischen Planung und spontaner Improvisation wechselt.
Stephanie Wagner und Norbert Dömling knüpfen mit dem neuen Programm damit an das Grundprinzip ihres Duos an und führen es zugleich weiter. Aus dem akustischen Zusammenspiel von Flöte und Kontrabass ist eine Besetzung geworden, die akustische und elektrische Instrumente mit elektronischen Möglichkeiten verbindet. Im Zentrum bleibt jedoch das unmittelbare gemeinsame Musizieren.