Laura Weber will jungen Menschen Raum geben

veröffentlicht 22.05.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Laura Weber ist neue Jugendreferentin des Evangelischen Dekanats Bergstraße. Die 30-jährige Sozialpädagogin bringt viel Erfahrung aus der kirchlichen Jugendarbeit mit. Besonders wichtig sind ihr Ehrenamt, Offenheit und echte Beteiligung junger Menschen.

Zum 15. Mai hat Laura Weber ihren Dienst als neue Jugendreferentin des Evangelischen Dekanats Bergstraße aufgenommen. Im Heppenheimer „Haus der Kirche“ bildet die 30-Jährige gemeinsam mit Oliver Kokott das Team der Dekanatsjugendreferenten. Weber folgt auf Ulrike Schwahn, die 2025 nach 18 Jahren in der Dekanatsjugendarbeit zur Behindertenhilfe Bergstraße gewechselt ist. 

Für Laura Weber bedeutet die neue Stelle auch eine Rückkehr in ihre persönliche Wahlheimat. Nach vier Jahren als Dekanatsjugendreferentin im Evangelischen Dekanat Kronberg zog es sie beruflich nun zurück in die Nähe von Darmstadt. „Während des Studiums und danach habe ich mehr als sechs Jahre in Darmstadt gelebt und die Stadt ist für mich zu meinem Zuhause geworden. Jetzt hat sich für mich die Möglichkeit ergeben, dorthin zurückzukehren“, sagt sie.

Vielseitig qualifiziert

Die neue Dekanatsjugendreferentin bringt einen vielseitigen beruflichen und akademischen Hintergrund mit. Von 2016 bis 2019 studierte sie Soziale Arbeit an der Hochschule Darmstadt und schloss mit dem Bachelor of Arts ab. Anschließend absolvierte sie an der Frankfurt University of Applied Sciences bis 2021 den Masterstudiengang „Forschung in der Sozialen Arbeit“. Zudem vertiefte sie ihre Qualifikation mit einem berufsbegleitenden Zertifikatsstudium der Gemeindepädagogik an der Evangelischen Hochschule Darmstadt.

Ihre Verbindung zur evangelischen Jugendarbeit reicht allerdings deutlich weiter zurück. Schon während ihrer Konfirmationszeit begann sie, sich ehrenamtlich in ihrer Kirchengemeinde einzubringen. „Ich bin durch die Kindergottesdienst-Besuche in die Arbeit reingewachsen und habe nach der Jugendleiter- und der Teamer-Ausbildung selbst den Kindergottesdienst und das Krippenspiel in meiner Kirchengemeinde betreut. Außerdem habe ich Konfi-Freizeiten begleitet“, berichtet Weber. Später engagierte sie sich dort auch im Kirchenvorstand. 

Wichtig sind ihr die Ehrenamtlichen

Diese frühen Erfahrungen prägen bis heute ihr Verständnis von Jugendarbeit. Besonders wichtig sind ihr die Ehrenamtlichen. „Und dass Jugendliche Räume bekommen und dass sie gehört werden. Denn die vielen hoch engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen machen die Angebote von uns Dekanatsjugendreferenten überhaupt erst möglich“, betont Weber. 

Bereits seit 2018 engagierte sie sich als ehrenamtliche Teamerin für die Dekanatsjugend im Evangelischen Dekanat Kronberg und begleitete Sommerfreizeiten. 2022 übernahm sie dort zunächst eine Elternzeitvertretung in der hauptberuflichen Jugendarbeit. 

Einen sinnvollen Job machen

Auch während ihres Anerkennungsjahres im Jugendamt Darmstadt wurde ihr klar, wie wichtig ihr die direkte Arbeit mit jungen Menschen ist. Dort arbeitete sie im Bereich Kinder- und Jugendangebote. Einblicke in die Dekanatsjugend sammelte sie über ein Studienpraktikum. „Dadurch wusste ich, dass die Arbeit mich interessiert. Im Jugendamt hatte ich gemerkt, dass mir der Kontakt zu den Ehrenamtlichen und den Zielgruppen selbst fehlt. Gerade nach Corona sind Kinder- und Jugendarbeit unfassbar wichtig“, sagt Weber. Ihr Antrieb sei klar: „Ich will einen Job machen, der sinnvoll ist und Kinder und Jugendliche bewegt.“ 

Besonders am Herzen liegt ihr, jungen Menschen Verantwortung zuzutrauen und echte Mitgestaltung zu ermöglichen. „Für die jungen Teamerinnen und Teamer ist es eine entscheidende Motivation, dass sie bei uns Erprobungsräume haben und ernst genommen werden. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und können sich auf den Freizeiten wirklich einbringen“, erklärt Weber. 

Wichtige Jugendpolitik

Dabei widerspricht ihre Erfahrung oft den gängigen Vorurteilen über Jugendliche. „Ein verbreitetes Bild der aktuellen Jugendlichen ist ja, dass sie faul, desinteressiert und egoistisch seien. Bei meiner Arbeit erlebe ich aber das absolute Gegenteil: Die Jugendlichen sind wahnsinnig interessiert, bringen tolle eigene Ideen ein und genießen es, ernst genommen zu werden“, sagt die neue Dekanatsjugendreferentin, der die jugendpolitische Arbeit „sehr am Herzen liegt“: „Daher ist es total wichtig, dass wir in der Jugendpolitik laut sind und vor allem unsere Ehrenamtlichen dabei unterstützen, dass sie ihre Zukunft auch politisch mitgestalten können.“

Für Weber besteht kirchliche Jugendarbeit jedoch nicht nur aus Freizeitangeboten, Seminaren und Jugendpolitik. Sie versteht sie auch als Ort der Begegnung und des Zuhörens. „Bei den Seminaren und Freizeiten gehört es hier auch zum Konzept, dass die Teilnehmenden nicht nur eine gute, sondern auch eine wertvolle Zeit haben. Dazu gehört es auch, dass wir jederzeit ein offenes Ohr für sie haben. Das liegt mir persönlich auch sehr am Herzen. Es ist gelebte Nächstenliebe, für andere da zu sein“, sagt sie. 

Alle sind willkommen

Ebenso wichtig ist ihr ein offenes und diskriminierungsfreies Miteinander. „Bei uns sind alle willkommen – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion oder was auch immer. Bei uns darf man einfach sein. Das ermöglicht einen ganz anderen Zugang zu den Jugendlichen“, betont Weber.