Der 22. Lampertheimer Orgelsommer wird am Sonntag, 23. August, um 20 Uhr in der Domkirche der Evangelischen Luthergemeinde fortgesetzt. Beim vierten von fünf Konzerten ist Martin Bambauer zu Gast. Der Kantor und Organist an der Konstantin-Basilika Trier nimmt das Publikum unter dem Motto „Norden – Osten – Süden – Westen“ mit auf eine musikalische Reise durch Frankreich, Liechtenstein und England. Das Programm reicht von Musik des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Den Auftakt bildet Frankreich. Martin Bambauer spielt zunächst das „Grand Choeur“ in G-Dur von Théodore Salomé. Es folgt „In paradisum“ aus den „12 pièces nouvelles“ von Théodore Dubois. Beide Komponisten gehören zur französischen Orgeltradition des 19. Jahrhunderts.
Anschließend führt die musikalische Reise nach Liechtenstein. Auf dem Programm steht die Orgelsonate Nr. 8 in e-Moll op. 132 von Josef Rheinberger. Das umfangreiche Werk besteht aus vier Sätzen: „Introduction – Fuge“, „Intermezzo“, „Scherzoso“ und „Passacaglia“.
Mit Sir Charles Hubert Parry richtet Bambauer den Blick danach nach England. Aus dessen „An English Suite“ erklingen in der Orgelfassung von Wolfgang Stockmeier die Sätze „Prelude“, „In minuet style“ und „Frolic“. Den zeitgenössischen Akzent setzt der 1977 geborene britische Komponist Iain Farrington. Aus seinem 2003 entstandenen Werk „Fiesta!“ spielt Bambauer „Celebration“, „Stride dance“, „Nocturne“ und das „Finale“.
Martin Bambauer ist seit 1999 Kantor und Organist an der Konstantin-Basilika Trier. Er studierte Kirchenmusik in Düsseldorf und schloss dort das A-Examen mit Auszeichnung ab. In Frankfurt am Main legte er das Konzertexamen für Orgel ab. Zu seinen Lehrern zählen Hanns-Alfons Siegel, Hans-Dieter Möller und Daniel Roth aus Paris. Konzertreisen führten Bambauer in zahlreiche europäische Länder und in die USA.
Von 2001 bis 2008 lehrte Bambauer Liturgisches Orgelspiel und Improvisation an der Musikhochschule Köln. In Trier arbeitet er mit dem Caspar-Olevian-Chor, den er im Jahr 2000 gründete, sowie mit dem Trierer Bachchor. Zudem ist er Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Trier. Die Evangelische Kirche im Rheinland ernannte ihn im Januar 2017 zum Kirchenmusikdirektor. Neben seiner Arbeit als Organist und Dirigent ist Bambauer als Klavierbegleiter und Orgelpädagoge international tätig. Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren sein musikalisches Wirken.
Der Konzertabend gehört zum 22. Lampertheimer Orgelsommer. Die Reihe steht in diesem Jahr unter dem Motto „Norden – Osten – Süden – Westen“. Fünf Organistinnen und Organisten gestalten an den fünf Sonntagen im August jeweils um 20 Uhr ein Konzert in der Domkirche. Die Programme verbinden unterschiedliche Regionen Europas, Stilepochen und Klangwelten.
Das Motto prägt auch die Gottesdienste während des Orgelsommers. Eine Predigtreihe stellt die Himmelsrichtungen unter die Überschrift „Norden, Süden, Osten, Westen – überall ist Gott“. Am Sonntag, 23. August, steht „Westen“ im Mittelpunkt. Die Predigt hält Pfarrer Karl Hans Geil.
Zu Beginn des abendlichen Konzerts gibt Martin Bambauer eine kurze Einführung in sein Programm. Nach dem Konzert lädt der Förderverein der Domkirche auf den Domplatz ein. Bei einem Glas Wein oder Wasser können die Gäste dort miteinander und mit dem Künstler ins Gespräch kommen. Die Konzertreihe wird von cultur communal der Stadt Lampertheim gefördert. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.
Ausblick: Das fünfte und letzte Konzert des diesjährigen Orgelsommers findet am Sonntag, 30. August, um 20 Uhr statt. Dann spielt die Lampertheimer Kantorin und Initiatorin der Reihe, Heike Ittmann, in der Domkirche. Ihr Programm reicht von Dieterich Buxtehude, François Couperin und Johann Sebastian Bach über César Franck und Marco Enrico Bossi bis zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.