Die Evangelische Kirchengemeinde Groß-Rohrheim lädt am 6. September Sonntag, ab 18.30 Uhr zum dritten Regenbogengottesdienst ein. Das Evangelische Dekanat Bergstraße unterstützt die Veranstaltung. Gestaltet wird der Gottesdienst von Pfarrer Dominik Weyl aus Groß-Rohrheim sowie den Pfarrerinnen Carina Schmidt-Marburger und Julia Marburger aus Schwanheim.
Unter dem Motto „Fürchte dich nicht“ greift der Gottesdienst die Erfahrungen vieler queerer Menschen auf. Nicht erst seit dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin wird deutlich: Queere Menschen und alle, die ihnen zur Seite stehen, werden zunehmend Ziel von Anfeindungen und Gewalt. Das reicht von Beleidigungen bis hin zu tätlichen Angriffen.
„Queere Menschen denken wieder mehr darüber nach: Wo kann ich mich zeigen, wie ich bin? Wo kann ich mit meiner Partnerin oder meinem Partner öffentlich Hand in Hand spazieren gehen?“, heißt es in Pressemitteilung. Die Veranstaltenden möchten deshalb einen geschützten Ort schaffen, einen „safe space“. Der Regenbogengottesdienst lädt dazu ein, Gemeinschaft zu erleben – in der Kirche und im Glauben. Er soll Menschen stärken und ihnen Mut machen. „Dass queere Menschen sich um ihre Sicherheit sorgen, beunruhigt auch uns als Kirche.“
„2024 und 2025 wurden die Regenbogengottesdienste sehr positiv aufgenommen – im Dorf und in der Region“, sagt Pfarrer Weyl. „Es ist wichtig, dass solche Veranstaltungen auch auf dem Land stattfinden. Damit Menschen auch hier neu wahrnehmen, dass sie in der Kirche wirklich willkommen sind und sich sicher fühlen können.“
Für Carina Schmidt-Marburger und Julia Marburger ist es der erste Regenbogengottesdienst im Evangelischen Dekanat Bergstraße. „Wir freuen uns sehr auf den gemeinsamen Gottesdienst“, sagen die beiden Pfarrerinnen. „Gerade in Zeiten, in denen die Unsicherheit wächst und Stimmen des Hasses lauter werden, ist es wichtig, sich zu vergewissern, wofür wir gemeinsam stehen. Nicht nur jede und jeder Einzelne im Alltag, sondern auch wir als Gemeinschaft. Wir wissen, wie sich Ausgrenzung und Hass anfühlen, und stellen uns bewusst dagegen. Wir wollen zeigen, dass nicht Hass das letzte Wort hat, sondern Zusammenhalt, Hoffnung und die Überzeugung, dass die Würde jedes Menschen unantastbar ist.“
Mindestens 120-mal steht in der Bibel der Satz: „Fürchte dich nicht.“ Er ist eine Zusage Gottes und kein Anspruch. Denn es gibt vieles, was Menschen Angst macht. Christinnen und Christen wissen das. Ihr Glaube blendet die Wirklichkeit nicht aus. Er macht vielmehr Mut, den eigenen Platz in der Welt einzunehmen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Der Gottesdienst möchte Menschen stärken und ihnen Hoffnung geben – damit sie ihr Leben frei, würdevoll und gemeinsam gestalten können.
Zum Gottesdienst gehören auch ein Glitzersegen und das Abendmahl. Im Anschluss sind alle Besucherinnen und Besucher zu Gesprächen bei Snacks und Getränken im Kirchgarten eingeladen. Wer möchte, kann auch nur am Gottesdienst oder nur an der Begegnung danach teilnehmen.
Der Gottesdienst richtet sich besonders an queere Menschen sowie an ihre Familien, Freundinnen und Freunde. Willkommen sind ebenso alle Interessierten, die mehr über das Thema erfahren oder gemeinsam Gottesdienst feiern möchten.