„Zeigen, dass Kirche keine verschnarchte Veranstaltung ist!“

veröffentlicht 06.06.2026 von red, Ev. Dekanat Bergstraße

Mit Herzblut für den Jugendkirchentag 2026 in Alsfeld: Lara Allendorf, Chiara Hohmann und Luisa Tamm erzählen, warum sie sich in der EJVD engagieren, wie Gemeinschaft entsteht und weshalb Kirche für junge Menschen alles andere als „verschnarcht“ ist.

In Alsfeld findet aktuell der Jugendkirchentag statt. Das größte kirchliche Jugendtreffen in Deutschland wird mitveranstaltet von den Jugendorganisationen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Im Vogelsberg ist dies die EJVD. Ihre Mitglieder sind in der Regel zwischen 14 und 27 Jahre alt und vertreten und gestalten die Belange von jungem Menschen in der Kirche. Auf dem Jugendkirchentag sprachen wir mit Chiara Hohmann, Vorsitzende der EJVD, Lara Allendorf und Luisa Tamm. Das Interview führte Traudi Schlitt.

Der Jugendkirchentag findet in Alsfeld statt! Wie waren die letzten Tage vor dem für euer Dekanat einzigartigen Ereignis?

Luisa: Lara und ich haben am Mittwoch mit dem Aufbau unseres Standes angefangen und schon vorher haben wir den Eröffnungsgottesdienst vorbereitet. Am Freitagmorgen haben wir noch alles für unser Angebot, die „RespektBar“ eingekauft. Es gab viel zu tun, aber das ging glücklicherweise alles in der Freizeit.

Chiara: Da ich an der Moderation zur Eröffnung und zur Abschlussveranstaltung mitwirke, habe ich Zeit mit den Vorbereitungen verbracht. Ansonsten bin ich überall mal gewesen und habe geschaut, was unsere Truppe so braucht, und ihnen einen Kuchen gebacken.

Was bedeutet es für euch, bei diesem außergewöhnlichen Ereignis dabei zu sein und eure Freizeit zu opfern?

Lara: Luisa und ich waren vor zwei Jahren mit auf dem Jugendkirchentag in Biedenkopf. Es hat uns sehr gefallen, wir hatten wirklich viel Spaß und freuen uns riesig, dass der Jugendkirchentag hier bei uns stattfindet. Dass wir diese vier Tage hier mitgestalten dürfen, ist für uns richtig toll und wir machen das aus vollem Herzen. Die Zeit, die wir hier reinhängen, ist überhaupt kein Opfer, sondern sehr sinnvoll angelegt.

Chiara: Ich möchte hier den Fokus auf die Gemeinschaft legen, die entsteht: Täglich kommen wir hier mit vielen jungen Menschen zusammen, beten, lachen, singen, haben Spaß. Genau dafür mache ich es sehr gern.

Ihr engagiert euch ehrenamtlich in der Kirche, in diesen Tagen vermutlich fast ohne Pause. Was ist eure Motivation?

Lara: Ich war früher gerne bei den Kinderbibeltagen oder den Ferienspielen dabei. Das hat mir sehr gefallen, sodass ich seit einiger Zeit auch als Teamer unterstütze. Es ist toll, wie hier Gemeinschaft entsteht, und wie man ganz eindeutig sieht, dass Kirche überhaupt nicht die Schnarchveranstaltung ist, für die man sie oft hält.

Chiara: Wir können mit der EJVD viel für die Jugendlichen bei uns im Dekanat gestalten. Wir besprechen viele Themen, die uns etwas angehen, und machen Angebote, die Spaß machen, aber auch Tiefgang haben. Und wir sind eine tolle Truppe!

Wie erlebt ihr die Gemeinschaft auf dem Festival-Gelände?

Luisa: Obwohl wir hier so viele Menschen sind, hat sich schon jetzt eine tolle Gemeinschaft gebildet. Es gibt einfach so viel zu entdecken und zu tun. Man kann mit anderen Workshops besuchen, Sport machen, schweigen, tanzen oder beten. Besonders die Abendveranstaltungen, so wie gestern in der Walpurgiskirche, sind sehr stimmungsvoll. Wir alle genießen die Tage hier sehr.

Lara: Wir sind hier so viele verschiedene Menschen, doch uns verbindet unser Glaube – das ist eine beeindruckende Erfahrung. 

Was sind eure Aufgaben hier am Jugendkirchentag?

Luisa: Wie schon angedeutet, betreiben wir von der EJVD die „RespektBar“. Dort gibt es Mocktails und kleine Aktionen zum Motto des Jugendkirchentages „Mach laut. Mach bunt. Mach mit.“ Wir sind ein Team von etwa zwanzig Leuten, die hier an den beiden Tagen die RespektBar am Laufen halten. Und wir bieten neben den Getränken auch eine Chill-out-Area an, in der man gemütlich unsere leckeren Getränke genießen oder auch nur sitzen, chillen und quatschen kann.

Ihr gestaltet ja gemeinsam mit dem Dekanat den Themenpark „Mach bunt“. Was genau finden die Gäste denn dort außer eurer RespektBar?

Lara: Es machen superviele Anbieter aus der ganzen Region mit – vom Weltladen über Schulen, vom BUND über den Kinderschutzbund bis hin zu einigen Kirchengemeinden und anderen Organisationen, sodass hier von Segensduschen über Upcycling bis hin zu den verschiedensten Spielen und Kreativangeboten für jede und jeden etwas dabei ist. Und natürlich lohnt sich grundsätzlich auch ein Besuch in den anderen Themenparks.

Was ist euer Favorit? Was wollt ihr euch keinesfalls entgehen lassen?

Lara: Die Partys.

Luisa: Die Workshops.

Chiara: Die Mocktails an der RespektBar und die Konzerte auf dem Marktplatz.

Der Jugendkirchentag ist für euch als Mitveranstalter sehr arbeitsreich und mit allen Angeboten und Begegnungen auch eine sehr intensive Zeit. Was wünscht euch, soll für euch vom JKT hängenbleiben und was für die Gäste?

Luisa: Mir war nach dem letzten Jugendkirchentag klar, dass ich da wieder mit dabei sein will. Es wäre schön, wenn die heutigen Besucherinnen und Besucher auch mit dem Wunsch nach Hause gehen: „Ja, nächstes Mal bin ich wieder dabei.“

Lara: Man kann ganz schön viel Energie von hier mitnehmen, nette Leute kennenlernen und vielleicht dauerhafte Verbindungen schaffen. Ich kann mir schon vorstellen, dass alle das nächste Mal wieder dabei sein wollen, denn man kann hier die Schönheit von Gemeinschaft entdecken.

Chiara: Ich möchte an der Stelle einmal das Wort für die Ehrenamtlichen ergreifen: Wir nehmen das Gefühl mit, alles dafür getan zu haben, dass die Menschen hier eine schöne Zeit haben. Ich bin jetzt schon nachhaltig geprägt von den Jugendkirchentagen, die mir immer wieder zeigen, dass Gemeinschaft möglich ist.