Bensheimer Orgelwochen: Vom Marienlob zum Osterjubel

veröffentlicht 01.09.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Mit einem Orgelkonzert von Soo Young Kyoung beginnen am Donnerstag, 3. September, um 19 Uhr die Bensheimer Orgelwochen. In der Michaelskirche spannt die Organistin einen musikalischen Bogen vom barocken Marienlob bis zur Osterfreude.

Mit einem Konzert unter dem Motto „Vom Marienlob zum Osterjubel“ beginnen am Donnerstag, 3. September, die diesjährigen Bensheimer Orgelwochen. Um 19 Uhr spielt die Organistin Soo Young Kyoung aus Viernheim in der Michaelskirche. Auf dem Programm stehen Werke von Nicolas de Grigny, Nicolas Bruhns, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Sebastian Bach und Charles Tournemire. Der Eintritt ist frei.

Das Eröffnungskonzert führt durch mehr als zwei Jahrhunderte europäischer Orgelmusik. Dabei verbindet das Programm unterschiedliche Epochen, Kompositionsstile und Klangwelten. Zugleich zieht sich ein geistlicher Gedanke durch den Abend. Er reicht vom mittelalterlichen Marienhymnus „Ave Maris Stella“ bis zur Ostersequenz „Victimae paschali laudes“.

Zu Beginn erklingt Nicolas de Grignys „Ave Maris Stella“. Das Werk greift den gleichnamigen mittelalterlichen Hymnus auf, in dem Maria als „Stern des Meeres“ besungen wird. De Grigny zählt zu den bedeutenden Vertretern der französischen Orgelmusik des Barock. Seine Bearbeitung eröffnet den Konzertabend mit einer Musik, in der sich liturgische Tradition und die Klangsprache der französischen Orgelkunst verbinden.

Anschließend wendet sich Soo Young Kyoung dem norddeutschen Barock zu. Sie spielt das Präludium und die Fuge e-Moll von Nicolas Bruhns. Damit steht ein Werk eines Komponisten auf dem Programm, dessen Musik eng mit der norddeutschen Orgeltradition verbunden ist. Der Wechsel von de Grigny zu Bruhns macht zugleich hörbar, wie unterschiedlich sich die Orgelmusik im Europa des Barock entwickelte.

Mit der Orgelsonate g-Moll Wq 70/6 von Carl Philipp Emanuel Bach verändert sich die Klangsprache des Abends. Das dreisätzige Werk mit Allegro moderato, Adagio und Allegro führt in die Musik des 18. Jahrhunderts. Carl Philipp Emanuel Bach löste sich in seiner Tonsprache zunehmend von den Formen des Hochbarock. Ausdruck, Empfindung und musikalische Kontraste rückten stärker in den Mittelpunkt.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt Soo Young Kyoung mit Johann Sebastian Bachs großer Fuge in Es-Dur BWV 552. Das Werk gehört zu den groß angelegten Orgelkompositionen Bachs. Seine kunstvolle Mehrstimmigkeit und seine monumentale Klangwirkung stellen besondere Anforderungen an die Interpretin und an das Instrument.

Zum Abschluss richtet sich der musikalische Blick auf Ostern. Soo Young Kyoung spielt eine Improvisation von Charles Tournemire über „Victimae paschali laudes“. Die mittelalterliche Ostersequenz nimmt das Ostergeschehen zum Ausgangspunkt. Tournemire überführt die alte liturgische Melodie in eine farbenreiche und frei gestaltete Orgelsprache.

Damit schließt sich zugleich der programmatische Bogen des Konzertabends. Er beginnt mit dem Marienlob des „Ave Maris Stella“ und endet mit einer Musik, deren Grundlage die Osterfreude bildet. Unter dem Titel „Vom Marienlob zum Osterjubel“ verbindet das Programm auf diese Weise geistliche Tradition mit unterschiedlichen Jahrhunderten europäischer Orgelmusik.

Das Konzert mit Soo Young Kyoung bildet den Auftakt einer Reihe von vier Veranstaltungen im September. Auch an den folgenden Donnerstagen laden die Bensheimer Orgelwochen jeweils um 19 Uhr in die Michaelskirche ein. Bei den weiteren Konzerten spielen Gregor Knop, Christian Mause und Jorin Sandau aus Darmstadt.

Der Eintritt zu allen Konzerten der Bensheimer Orgelwochen ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten, mit der die Konzertreihe unterstützt wird.