Dichten in Zeiten des Krieges – Vortrag über Paul Gerhardt im Michaelsforum

veröffentlicht 15.09.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Paul Gerhardts Lieder geben Menschen seit Jahrhunderten Trost und Hoffnung. Zu seinem 350. Todestag stellt der Historiker Lupold von Lehsten Leben und Werk des berühmten Pfarrers und Dichters am heutigen Mittwoch ab 19.30 Uhr im Bensheimer Michaelsforum vor.

Paul Gerhardts geistliche Lieder gehören bis heute zum festen Bestand evangelischer Gesangbücher. Viele Menschen kennen „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ oder „Befiehl du deine Wege“. Doch wer war der Mann, dessen Texte Jahrhunderte überdauert haben? Dieser Frage geht der Bensheimer Historiker Lupold von Lehsten am heutigen Mittwoch, 16. September, um 19.30 Uhr im Michaelsforum nach. Der Vortrag findet im Gemeindehaus der evangelischen Michaelsgemeinde, Darmstädter Straße 25, statt.

„Wie im Himmel – so auf Erden. Ein Blick in die poetische Schatztruhe von Paul Gerhardt anlässlich seines 350. Todestages“ lautet der Titel des Abends. Von Lehsten stellt Leben und Werk des Pfarrers und Liederdichters vor. Dabei richtet er den Blick besonders auf die Zeit, in der Gerhardts Texte entstanden.

Paul Gerhardt lebte in einer Epoche, die Krieg, Not und Unsicherheit prägten. Als Pfarrer erlebte er die Folgen des Dreißigjährigen Krieges. Vor diesem Hintergrund entstanden Lieder, die von christlicher Hoffnung und Vertrauen erzählen. Gerade der Gegensatz zwischen den schwierigen Lebensumständen seiner Zeit und der Zuversicht seiner Texte macht Gerhardts Werk bis heute bemerkenswert.

Seine Lieder kreisen um zentrale Erfahrungen des menschlichen Lebens. Sie handeln von Freude und Leid, von Vertrauen und Trost, von Natur, Glauben und Hoffnung. Gerhardt fand dafür eine bildreiche und zugleich eingängige Sprache. Seine Texte wurden über Generationen weitergegeben und werden noch heute gesungen.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Das Lied verbindet die Freude an der Natur mit der christlichen Hoffnung. Einen anderen Ton schlägt „Befiehl du deine Wege“ an. Hier steht das Vertrauen darauf im Mittelpunkt, auch in schwierigen Zeiten nicht allein zu sein. Beide Lieder zeigen, wie Gerhardt Glauben und persönliche Lebenserfahrung miteinander verband.

Anlässlich seines 350. Todestages lädt der Vortrag dazu ein, diesen bekannten Dichter neu zu entdecken. Lupold von Lehsten öffnet dabei gewissermaßen die im Titel angekündigte „poetische Schatztruhe“. Er gibt Einblicke in Gerhardts Leben und stellt dessen Werk in den historischen Zusammenhang.

Der Abend richtet sich damit nicht nur an Menschen, die Paul Gerhardts Lieder aus Kirche und Gottesdienst kennen. Auch wer sich für Geschichte, Literatur und die Lebenswelt des 17. Jahrhunderts interessiert, kann einen Zugang zu einem Dichter finden, dessen Texte die Jahrhunderte überdauert haben.