Die Evangelische Stephanusgemeinde Bensheim lädt in Kooperation mit der Initiative „Omas gegen Rechts Bergstraße“ für Freitag, 13. November, um 18 Uhr zur Vorführung des Dokumentarfilms „Die Möllner Briefe“ in den Stephanussaal (Eifelstraße 37) ein. Der Film aus dem Jahr 2025 erinnert an den rassistischen Brandanschlag in Mölln im Jahr 1992, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Im Mittelpunkt steht Ibrahim Arslan, der den Anschlag überlebte und Jahrzehnte später von Hunderten Briefen erfuhr, in denen Menschen ihre Anteilnahme und Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck gebracht hatten.
Die Briefe waren nach dem Anschlag im Stadtarchiv Mölln aufbewahrt, aber nicht an die betroffenen Familien weitergeleitet worden. Erst 2019 erfuhr Arslan von ihrer Existenz. Die Schreiben dokumentieren das Entsetzen vieler Menschen über die rassistische Gewalt Anfang der 1990er Jahre und ihre Anteilnahme am Schicksal der Opfer.
Der 96-minütige Dokumentarfilm begleitet Arslan bei seiner Suche nach den Menschen, die damals die Briefe verfassten. Zugleich geht er der Frage nach, weshalb die Schreiben fast drei Jahrzehnte lang unbeachtet blieben. Arslan setzt sich dafür ein, dass die Briefe endlich ihre Adressaten erreichen. Darüber hinaus fordert er eine Erinnerungskultur, die nicht allein die Verbrechen in den Blick nimmt, sondern auch den Betroffenen und ihren persönlichen Geschichten Raum gibt.
Mit der Filmvorführung wollen die Veranstalter an die Opfer rassistischer Gewalt und das Leid ihrer Angehörigen erinnern. Zugleich soll die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für Rassismus und Ausgrenzung in der Gegenwart sensibilisieren. Erinnerung und Gedenken müssten dazu beitragen, die Zukunft gemeinsam und vorausschauend zu gestalten, heißt es in der Einladung.
Die Veranstaltung wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Bensheim gefördert.