Festgottesdienst erinnert an Wiederweihe der Lampertheimer Domkirche vor 70 Jahren

veröffentlicht 06.10.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Vor genau 70 Jahren wurde die wiederaufgebaute Domkirche Lampertheim neu eingeweiht. Mit einem Festgottesdienst erinnert die Lukasgemeinde an diesen Neubeginn – und blickt zugleich auf die bevorstehende umfassende Sanierung ihres Wahrzeichens.

Auf den Tag genau 70 Jahre nach der Wiederweihe der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und anschließend wiederaufgebauten Domkirche begeht die Evangelische Lukasgemeinde Lampertheim das Jubiläum mit einem festlichen Gottesdienst. Am Sonntag, 18. Oktober, beginnt die Feier um 10 Uhr in dem auch als „Dom des Rieds“ bekannten Gotteshaus. Der Evangelische Posaunenchor und Thomas Adelberger an der Orgel gestalten den Gottesdienst musikalisch mit.

Das Datum verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Domkirche in besonderer Weise. Bereits der ursprüngliche Kirchenbau wurde am 18. Oktober 1868 eingeweiht. Zuvor hatte der Lampertheimer Gemeinderat 1857 beschlossen, die bis dahin von beiden Konfessionen genutzte Andreaskirche der katholischen Gemeinde zu überlassen und für die gewachsene evangelische Gemeinde eine eigene Kirche zu errichten. Mit der Planung wurde Christian Horst, großherzoglich-hessischer Kreisbaumeister in Bensheim, beauftragt. Am Himmelfahrtstag, 14. Mai 1863, wurde der Grundstein gelegt. Fünfeinhalb Jahre später folgte die Einweihung. Über die Domkirche

Das neugotische Gotteshaus entwickelte sich zu einem Wahrzeichen Lampertheims. Der Hauptturm erreicht eine Höhe von 60 Metern, die beiden Westtürme sind jeweils 37 Meter hoch. Das Kirchenschiff misst 23 Meter in der Höhe; insgesamt ist die Kirche 55 Meter lang und 20 Meter breit. Über die Domkirche

Zerstörung und Wiederaufbau

Eine tiefe Zäsur in der Geschichte des Gotteshauses brachte der Zweite Weltkrieg. Im Mai 1944 wurde das Kirchenschiff bei einem Bombenangriff zerstört. Weitgehend unbeschadet blieben lediglich der Hauptturm und die beiden Westtürme. Erst 1955 begann der Wiederaufbau. Dabei entstand das Langhaus nicht wieder in seiner ursprünglichen Form als dreischiffiger Kirchenbau, sondern als Hallenkirche mit angedeuteten Seitenschiffen und Spitztonnengewölbe. 1956 konnte die Kirche wieder eingeweiht werden; der im Krieg erheblich beschädigte südliche Westturm wurde erst 1994 wiederhergestellt. Über die Domkirche

Dass der 18. Oktober in diesem Jahr wieder auf einen Sonntag fällt, nimmt die Lukasgemeinde zum Anlass, an die Wiederweihe vor sieben Jahrzehnten zu erinnern. Zugleich richtet sich der Blick nach vorn. Denn der Domkirche steht erneut eine einschneidende Phase ihrer Geschichte bevor: Das Gotteshaus muss umfassend saniert werden und wird dafür zeitweise geschlossen.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Menschen aus diesem Anlass am Gottesdienst teilnehmen. Die bevorstehende Sanierung und damit die Schließung der Kirche rückt nun immer näher und dieser Gottesdienst soll die Gemeinde und die Bevölkerung stärken, dem zuversichtlich entgegenzusehen“, erklärt Gemeindepfarrerin Sabine Sauerwein.

„Unser Dom bleibt. Neu für morgen.“

Unter diesem Leitgedanken wirbt die Lukasgemeinde für die Zukunft ihres Gotteshauses. Die anstehende Sanierung umfasst unter anderem Heizung und Elektrik sowie Altarraum, Innenräume und Beleuchtung. Damit soll die Domkirche auch künftig ein Ort für Glauben und Gottesdienst, Begegnung, Musik und Kultur bleiben.

Ein Großteil der Sanierungskosten wird von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) getragen. Dennoch verbleibt nach Angaben der Kirchengemeinde eine erhebliche Finanzierungslücke, die vor Ort aufgebracht werden muss. Der Förderverein Domkirche Lampertheim e.V. hat deshalb eine Spendenaktion gestartet. Unter dem Motto „Unser Dom. Ein Wahrzeichen. Ein Ort für alle. Ein Stück Lampertheim.“ bittet er um Unterstützung für die Sanierung. Jede Spende soll dazu beitragen, das prägende Gotteshaus für kommende Generationen zu erhalten.

Dass die Domkirche weit über ihre Funktion als Gottesdienststätte hinaus Bedeutung für Lampertheim besitzt, spiegelt sich auch in ihrer Geschichte wider. Ihre Entstehung ist eng mit der Entwicklung der evangelischen Gemeinde verbunden, deren Wurzeln in Lampertheim bis in die Reformationszeit zurückreichen. Heute gehört die Lukasgemeinde zum Evangelischen Dekanat Bergstraße in der Propstei Starkenburg der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Über die Domkirche

Sektumtrunk nach dem Gottesdienst

Nach dem Festgottesdienst lädt die Lukasgemeinde zu einem Sektumtrunk ein. Bei gutem Herbstwetter soll dieser vor der Kirche stattfinden, bei ungünstiger Witterung unter der Empore. Dabei gibt es zugleich eine Premiere: Erstmals soll ein kleines Merchandising-Objekt erhältlich sein, das die Kirchengemeinde im Zusammenhang mit der bevorstehenden Sanierung ihres Doms in Auftrag gegeben hat.

So verbindet die Feier zum 70. Jahrestag der Wiederweihe die Erinnerung an einen Neubeginn mit der Hoffnung auf einen weiteren. Vor sieben Jahrzehnten kehrte nach Kriegszerstörung und Wiederaufbau wieder Leben in die Domkirche zurück. Nun steht das Wahrzeichen erneut vor einer Phase großer Veränderungen. Die Botschaft, mit der Gemeinde und Förderverein dafür werben, bringt diesen Gedanken auf den Punkt: „Unser Dom bleibt. Neu für morgen.“

Spenden für die Sanierung: Wer die Sanierung der Domkirche unterstützen möchte, kann an den Förderverein Domkirche Lampertheim e.V. spenden. Das Spendenkonto bei der Volksbank Darmstadt Mainz hat die IBAN DE22 5519 0000 0018 7660 14, BIC MVBMDE55. Als Verwendungszweck sollte „Sanierung der Domkirche“ angegeben werden. Auf Wunsch stellt der Förderverein eine Spendenbescheinigung aus. Ansprechpartner ist der Vorsitzende Herbert Eichenauer, Telefon 06206 54303, E-Mail herbert.eichenauer(at)t-online.de