Filmabend über Rechtsextremismus: Schwarzer Humor gegen braune Parolen

veröffentlicht 16.09.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Die Evangelische Kirchengemeinde Groß-Rohrheim zeigt am 29. September, Dienstag, um 19.30 Uhr die preisgekrönte „Tatortreiniger“-Folge „Schottys Kampf“. Der Film setzt sich mit Rechtsextremismus auseinander. Anschließend ist eine Diskussion geplant.

Mit Rechtsextremismus und dem Umgang damit beschäftigt sich ein Filmabend der Evangelischen Kirchengemeinde Groß-Rohrheim. Sie zeigt am Dienstag, 29. September, um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Speyerstraße 5, die Folge „Schottys Kampf“ aus der NDR-Serie „Der Tatortreiniger“. Im Anschluss können die Gäste über das Thema diskutieren. Der Eintritt ist frei.

„Gezeigt wird ein Kurzspielfilm zu dem sehr aktuellen Thema Rechtsextremismus und einen ganz eigenen Umgang damit“, kündigt die Kirchengemeinde an. Den Abend moderiert Wolfgang Luley. Er ist Theologe und Mitarbeiter des Katholischen Filmwerks in Frankfurt.

„Schottys Kampf“ führt den Tatortreiniger Heiko Schotte, genannt Schotty, in das Vereinsheim einer rechtsextremen Gruppe. Dort soll er die Spuren eines tödlichen Unfalls beseitigen. Ein Vereinsmitglied ist beim Putzen eines Wandgemäldes von einer Leiter gestürzt. Schotty stößt bei seiner Arbeit auf Hakenkreuze, eine Hitlerbüste, Wehrmachtsuniformen und andere NS-Devotionalien.

Vereinsleiter Ulf Sanderberg konfrontiert Schotty zudem mit rassistischen und nationalsozialistischen Ansichten. Schotty weiß zunächst nicht, wie er darauf reagieren soll. In seiner Fantasie schlägt er Sanderberg nieder. In Wirklichkeit muss er dessen Ausführungen weiter ertragen.

Als Sanderberg das Vereinsheim wegen der Beerdigung des Verstorbenen verlässt, bleibt ein anderes Vereinsmitglied zurück und überwacht Schottys Arbeit. Der Tatortreiniger findet schließlich einen ungewöhnlichen Weg, mit der Situation umzugehen. Er behauptet, Kakerlakeneier entdeckt zu haben. Deshalb müsse die gesamte Einrichtung aus dem Raum entfernt und fachgerecht gereinigt werden. Auf diese Weise landet die komplette Nazi-Sammlung schließlich auf dem Sperrmüll.

Die Folge verbindet damit ein politisches Thema mit dem für die Serie typischen schwarzen und absurden Humor. Die Jury des Grimme-Preises hob besonders hervor, wie Drehbuch, Regie und Hauptdarsteller Bjarne Mädel gesellschaftliche Relevanz mit Komik verbinden. Sie würdigte außerdem die Dialoge, das Bühnenbild, die Musik und zahlreiche genau gesetzte Details.

Die Episode erhielt 2012 einen Grimme-Preis. Die Jury bezeichnete „Schottys Kampf“ als politischen Beitrag, der das Thema nicht didaktisch behandle, sondern mit den Mitteln der Komödie. Auch Schottys Haltung rücke dabei in den Mittelpunkt. Seine grundsätzliche Offenheit gegenüber anderen Menschen stößt angesichts der rechtsextremen Ideologie an eine klare Grenze.

Die Evangelische Kirchengemeinde möchte den Filmabend deshalb nicht mit dem Abspann enden lassen. Nach der Vorführung besteht Gelegenheit, über Rechtsextremismus und den Umgang damit ins Gespräch zu kommen. Wolfgang Luley begleitet und moderiert die Diskussion.