Gottesdienst mit Kirchenpräsidentin Christiane Tietz zum neuen Kirchenjahr

veröffentlicht 11.10.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Das Evangelische Dekanat Bergstraße lädt am Vorabend des ersten Advents zu seinem traditionellen Gottesdienst mit anschließendem Empfang zum neuen Kirchenjahr ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 28. November, ab 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Lorsch statt. Die Predigt hält Prof. Dr. Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Im Mittelpunkt steht die Jahreslosung für 2027, die unter dem Leitgedanken von Zuversicht und Gottvertrauen steht.

„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“ – mit diesen Worten aus dem biblischen Buch Jesaja (Kapitel 41, Vers 10) begleitet die Jahreslosung Christinnen und Christen durch das bevorstehende Jahr 2027. Das Bibelwort, das der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift entnommen ist, steht auch im Mittelpunkt des Gottesdienstes zum neuen Kirchenjahr, zu dem das Evangelische Dekanat Bergstraße alljährlich am Vorabend des ersten Advents einlädt. Gefeiert wird diesmal am Samstag, 28. November, ab 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Lorsch (Nibelungenstraße 23). Bereits ab 17.30 Uhr haben die Gäste Gelegenheit, bei einem Begrüßungs-Secco anzukommen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der anschließende Empfang findet im benachbarten Haus Emmaus (Wingertsbergstraße 25) statt.

Für die Predigt konnte das Dekanat mit Prof. Dr. Christiane Tietz eine prominente Vertreterin der evangelischen Kirche gewinnen. Die Theologin steht seit Februar 2025 als Kirchenpräsidentin an der Spitze der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Zuvor war sie Professorin für Systematische Theologie an der Universität Zürich. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigte sie sich unter anderem intensiv mit dem evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer. Als Kirchenpräsidentin repräsentiert sie die EKHN nach innen und außen und nimmt eine zentrale Rolle in deren geistlicher Leitung ein.

In ihrer Predigt wird sich Christiane Tietz mit der Jahreslosung für 2027 auseinandersetzen. Das alttestamentliche Bibelwort verbindet die Aufforderung, sich nicht zu fürchten, mit der Zusage der Nähe Gottes. Es spricht damit eine menschliche Grunderfahrung an: Angst und Unsicherheit gehören ebenso zum Leben wie das Bedürfnis nach Halt, Vertrauen und Orientierung. Die Worte aus dem Buch Jesaja erinnern daran, dass Menschen auch angesichts von Herausforderungen und einer ungewissen Zukunft auf Gottes Begleitung vertrauen dürfen.

Festgelegt werden die Jahreslosungen und Monatssprüche von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB). Die ausgewählten Bibelverse dienen Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen als geistliche Impulse und begleiten sie durch das jeweilige Jahr. Sie werden unter anderem in Gottesdiensten, Andachten, Gemeindeveranstaltungen und der persönlichen Beschäftigung mit der Bibel aufgegriffen.

Der Gottesdienst zum neuen Kirchenjahr bietet Gelegenheit, gemeinsam auf die bevorstehende Adventszeit zu blicken, innezuhalten und sich von der biblischen Botschaft ermutigen zu lassen. Zugleich ist die Veranstaltung ein fester Bestandteil des Dekanatslebens. Der anschließende Empfang im Haus Emmaus eröffnet Raum für persönliche Begegnungen und Gespräche zwischen haupt- und ehrenamtlich Engagierten aus den Kirchengemeinden, Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens sowie weiteren Interessierten.

Präses Ute Gölz, Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstands und der Dekanatssynode, sowie Dekanin Sonja Mattes laden alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an Gottesdienst und Empfang ein. Verbindliche Anmeldungen helfen den Gastgebern bei der Planung. Sie sind beim Evangelischen Dekanat Bergstraße, Ludwigstraße 13, 64646 Heppenheim, Telefon 06252/6733-0, E-Mail: dekanat.bergstrasse(at)ekhn.de, möglich. Achtung: Zeitnah wird es an dieser Stelle auch die Möglichkeit einer Online-Anmeldung geben.

Hintergrund: Das Kirchenjahr

Anders als das Kalenderjahr beginnt das evangelische Kirchenjahr nicht am 1. Januar, sondern mit dem ersten Adventssonntag. Es endet mit dem Ewigkeitssonntag, an dem die Kirche insbesondere der Verstorbenen gedenkt. Die Abfolge der kirchlichen Fest- und Gedenktage verbindet die zentralen Stationen des Lebens Jesu Christi mit den wiederkehrenden Rhythmen der Jahreszeiten und grundlegenden menschlichen Lebenserfahrungen.

So erzählt Weihnachten in der dunkelsten Zeit des Jahres vom Eintritt des Lichts in die Welt, während Ostern im Frühling die Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod verkündet. Im Herbst rücken Vergänglichkeit, Abschied und Erinnerung in den Mittelpunkt. Auf diese Weise greift das Kirchenjahr Themen auf, die Menschen unabhängig von ihrem Lebensalter begleiten: Geburt und Neubeginn, Hoffnung und Freude, aber auch Gefährdung, Angst, Leid, Trauer und Tod.

Mit dem ersten Advent beginnt dieser Kreislauf von Neuem. Das Kirchenjahr lädt damit ein, vertraute Feste und Traditionen immer wieder neu zu entdecken und ihre Bedeutung für das eigene Leben zu erschließen.