Mit einem Mitsing-Konzert der Band Habakuk hat das Evangelische Dekanat Bergstraße den Menschen gedankt, die sich in der evangelischen Kirche der Region engagieren. Fast 150 Besucherinnen und Besucher kamen am Freitag zum Dankeabend unter dem Motto „Lass Funken sprühen!“ ins Gemeindezentrum der Stephanusgemeinde in Bensheim.
Der Dekanatssynodalvorstand (DSV) unter der Leitung von Präses Ute Gölz und Dekanin Sonja Mattes hatte zu dem Abend eingeladen. Bei einem Sektempfang sowie deftigen und süßen „Bergsträßer Krachern“ als Imbiss blieb zunächst viel Zeit für Gespräche und Begegnungen. Der Abend sollte ausdrücklich denen gehören, die sich in Kirchengemeinden und darüber hinaus für andere Menschen und für die evangelische Kirche einsetzen.
Funken sprühen in die Welt
Dekanin Sonja Mattes griff bei ihrer Begrüßung das Motto des Abends auf. Sie verglich die Engagierten mit Wunderkerzen: Sie empfingen ihre Kraft aus einer anderen Quelle, brennten und ließen ihr Licht in viele Richtungen strahlen. „Durch dein Reden und Handeln sprühst du Funken in die Welt, verteilst seine Liebe“, sagte Mattes. Dazu erinnerte sie an ein Wort Jesu aus der Bergpredigt: „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
Der Abend solle dazu beitragen, sich neu von Gottes Geist anstecken zu lassen, gemeinsam zu feiern und Gott im Singen zu loben, sagte Mattes. In ihrem Gebet bat sie darum, dass der Funke überspringe und die Engagierten neue Kraft für ihr Wirken schöpften. Gemeinschaft, Freude und Glaube standen damit im Mittelpunkt des Abends.
Für musikalisches „Kirchentagsfeeling“, wie Mattes es ankündigte, sorgte Habakuk. Die Band gehört zu den traditionsreichen und prägenden Formationen der christlichen Popularmusik in Deutschland. Sie wurde 1975 in Frankfurt am Main gegründet und ist damit seit mehr als fünf Jahrzehnten musikalisch unterwegs. Eng verbunden ist ihre Geschichte mit dem evangelischen Pfarrer und Liedermacher Eugen Eckert, der als Texter und Sänger zahlreiche Stücke der Band geprägt hat. Eckert konnte wegen einer Erkrankung an dem Abend in Bensheim nicht teilnehmen.
Auf der Bühne standen Sängerin Laura Doernbach, Gitarrist Jan Koslowski, Pianist Andreas Neuwirth, Saxophonist Raphael Wolf und Schlagzeuger Christoph Maurer. Habakuk verbindet christliche Glaubensinhalte mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Musikalisch greift die Gruppe auf Elemente aus Rock, Pop, Jazz und weiteren Stilrichtungen zurück.
Poetische und lebensnahe Texte
Zahlreiche Lieder der Band haben längst ihren Weg über die Konzertbühne hinaus in Gemeinden und Gottesdienste gefunden. Zu den bekanntesten Stücken zählen „Bewahre uns, Gott“, „Meine engen Grenzen“ und „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“. Sie gehören inzwischen zum festen Repertoire vieler Kirchengemeinden. Kennzeichnend für Habakuk sind poetische und zugleich lebensnahe Texte. Sie verbinden Fragen des Glaubens mit Erfahrungen des Alltags und dem Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.
In Bensheim blieb es deshalb nicht beim Zuhören. Das Publikum war ausdrücklich zum Mitsingen eingeladen. Vertraute Lieder wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ und „Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott“ boten dazu reichlich Gelegenheit.
Dass die fast 150 Gäste den Abend unbeschwert genießen konnten, verdankten sie auch dem Team aus dem „Haus der Kirche“, dem Sitz des Evangelischen Dekanats Bergstraße. Unter der Leitung von Elena Mais kümmerte es sich um die Organisation, den Auf- und Abbau sowie die Bewirtung der Gäste.
Das Dekanat dankte auch weiteren Beteiligten, die den Abend ermöglicht hatten. Die Stephanusgemeinde stellte ihre Räume zur Verfügung. Die Dekanatsstiftung unterstützte den Empfang mit Sekt und alkoholfreien Getränken. Unterstützung kam zudem von der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
Einladung zu drei Veranstaltungen
Zum Abschluss richtete Präses Ute Gölz den Blick auf drei bevorstehende Veranstaltungen. Am Sonntag, 20. September, laden das Evangelische Dekanat Bergstraße und die Evangelische Kirchengemeinde Überwald zum Diakoniesonntag 2026 der Diakonie Hessen nach Wald-Michelbach ein. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der evangelischen Kirche. Unter dem Motto „Lebenswert bis zum Ende“ stehen Hospizarbeit, Palliativversorgung und Seelsorge im Mittelpunkt. Die Predigt hält Pfarrer Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. Dekanin Sonja Mattes gestaltet die Liturgie.
Ebenfalls in Wald-Michelbach findet am Samstag, 26. September, ein Benefizkonzert für den Hospizdienst Odenwald in Trägerschaft des Evangelischen Dekanats Bergstraße statt. Das Violinduo „The Twiolins“ mit Marie-Luise Dingler und Marta Danilkovich spielt ab 19 Uhr in der evangelischen Kirche sein Programm „Von Arien und Intrigen“. Das Duo wurde für sein Musikvideo zu Mozarts „Le nozze di Figaro: Ouvertüre“ mit einer Silbermedaille bei den Global Music Awards in den USA und als „Best Music Video“ beim Mannheim Arts and Film Festival ausgezeichnet. Karten kosten im Vorverkauf 18 Euro und an der Abendkasse 20 Euro. Vorverkaufskarten gibt es im evangelischen Gemeindebüro und in der Buchhandlung Wissensoase in Wald-Michelbach.
Als dritten Termin nannte Gölz den Gottesdienst mit anschließendem Empfang zum neuen Kirchenjahr. Er findet am Samstag, 28. November, um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Lorsch statt. Die Predigt hält EKHN-Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz. Nach dem Gottesdienst lädt das Dekanat zum Empfang ins „Haus Emmaus“ ein. Die Einladungen werden demnächst verschickt, um Anmeldung wird gebeten.
Schließlich dankte Gölz der Band Habakuk herzlich für ihren inspirierenden Auftritt und verabschiedete die Besucherinnen und Besucher mit einem Segen. Danach blieb noch Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Dankeabend gemeinsam ausklingen zu lassen.