„Der Frühling kommt im Advent“ lautet das Motto eines Gottesdienstes, den die Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau für den zweiten Advent vorbereitet haben. Gefeiert wird er auch in der Evangelischen Kirchengemeinde Zotzenbach. Wie Susanne Bickel mitteilt, beginnt der Gottesdienst am Sonntag, 6. Dezember, um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche in Zotzenbach. Der zweite Advent fällt in diesem Jahr zugleich auf den Nikolaustag.
Mit dem zunächst ungewöhnlich anmutenden Gedanken vom Frühling mitten in der Advents- und Winterzeit verbindet sich die Einladung, nach Zeichen von Hoffnung, Aufbruch und neuem Leben Ausschau zu halten. „Vielleicht sind es gerade die Zeiten des Wartens, in denen etwas möglich wird“, schreibt Cornelia Coenen-Marx, Autorin des diesjährigen Gottesdienstes zum zweiten Advent.
Das Warten steht entsprechend im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Erzählt wird von Menschen, die auf Heilung und Gerechtigkeit, auf ein Kind oder auf Frieden hoffen. Dabei geht es um Geduld und Sehnsucht ebenso wie um Enttäuschungen und die Möglichkeit eines Neubeginns. Der Gottesdienst greift die Erfahrung auf, dass Veränderungen und Neues mitunter bereits ihren Anfang genommen haben, lange bevor sie für Menschen sichtbar werden. Das Bild des Frühlings im Advent steht damit für die Hoffnung, dass selbst in Zeiten, die von Dunkelheit, Unsicherheit und Warten geprägt sind, bereits neues Leben wachsen kann.
Entstanden ist der Gottesdienst nicht allein am Schreibtisch. Seine Grundlage bilden vielmehr Erfahrungen, Hoffnungen und Lebensfragen von Frauen sowie deren Fragen an Gott. In sieben Schreibwerkstätten im Frühjahr dieses Jahres wurden Texte, Gebete und Ideen entwickelt, die anschließend in die Gestaltung des Gottesdienstmaterials eingeflossen sind.
Die Werkstätten sollten dabei unterschiedliche Erfahrungen und Lebenswege zur Sprache bringen und zugleich Räume für Kreativität und Gemeinschaft eröffnen. Ermöglicht wurden sie durch das Engagement Ehrenamtlicher des Landesverbandes Evangelische Frauen in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
Bei der Erarbeitung legten die Verantwortlichen nach eigenen Angaben zudem Wert darauf, das entstandene Material aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und prüfen zu lassen. Einbezogen wurden dabei insbesondere Schwarze, jüdische und queere Perspektiven sowie die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen.
Der Gottesdienst in Zotzenbach greift diese vielfältigen Impulse am zweiten Advent auf. Das Motto „Der Frühling kommt im Advent“ lenkt dabei den Blick auf eine zentrale adventliche Erfahrung: warten zu müssen und dennoch darauf zu vertrauen, dass sich etwas verändern kann. Gerade dort, wo Neues noch nicht sichtbar ist, können Hoffnung und Zuversicht bereits wachsen.