„Interreligiöses Kicken“ verbindet auf und neben dem Platz

veröffentlicht 17.08.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Beim „Interreligiösen Kicken“ im Heppenheimer Starkenburg-Stadion stand neben dem sportlichen Wettstreit vor allem das Miteinander im Mittelpunkt. Erstmals traten christliche und muslimische Fußballer in gemischten Mannschaften an. Am Ende gewann Lila gegen Grün mit 11:5.

Beim „Interreligiösen Kicken“ haben sich christliche und muslimische Fußballspieler im Heppenheimer Starkenburg-Stadion zum sportlichen Wettstreit getroffen. Bei der jüngsten Auflage gab es eine Premiere: Erstmals spielten die Teilnehmer nicht nach Religionszugehörigkeit getrennt, sondern in gemischten Mannschaften. Nach zweimal 20 Minuten setzte sich das Team in Lila mit 11:5 gegen die Mannschaft in Grün durch.

Der faire Wettkampf auf dem Kleinfeld war dabei nur ein Teil der Veranstaltung. Das jährliche Fußballspiel soll Menschen unterschiedlicher Religionen zusammenbringen und den Austausch fördern. Nach der Begegnung ging das gemeinsame Programm deshalb in der Ditib-Moschee in Bensheim weiter. Dort kamen die Beteiligten zum Essen und zu Gesprächen zusammen.

Schirmherr der Veranstaltung ist alljährlich der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt. In diesem Jahr vertrat ihn der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf. Er brachte den Gedanken hinter der Veranstaltung auf den Punkt: „Sport verbindet und trennt nicht. Es geht darum, gemeinsam Spaß zu haben.“

Die gemischten Mannschaften waren allerdings nicht allein aus programmatischen Gründen entstanden. Auf christlicher Seite fehlten in diesem Jahr genügend Spieler für eine eigene Mannschaft. So wurden die Teams erstmals religionsübergreifend zusammengestellt. Je sechs Feldspieler und ein Torwart liefen für die beiden Mannschaften auf.

Das „Interreligiöse Kicken“ wurde 2009 ins Leben gerufen. Es gehört zum Christlich-Islamischen Dialog beziehungsweise zum Interreligiösen Dialogforum im Kreis Bergstraße. Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis und den Zusammenhalt zwischen christlichen und muslimischen Gemeinschaften zu stärken. Die Gastgeberrolle wechselt jährlich zwischen den christlichen und muslimischen Mitgliedern. Die teilnehmenden Fußballer kommen aus den jeweiligen Gemeinden.

Organisiert wurde die jüngste Begegnung auf muslimischer Seite von Muhammed Bilgi von Ditib Bensheim. Für die christliche Seite übernahm Hans Jürgen Basteck, Pfarrer für Ökumene und Mission des Evangelischen Dekanats Bergstraße, die Organisation. Im Landratsamt lag die Federführung bei Viktoriya Ordikhovska, Leiterin der Stabsstelle Integrationsbeauftragte des Landkreises Bergstraße, und ihrem Kollegen Vitali Dück.

Vor der jüngsten Begegnung waren zwölf Spiele in die Statistik eingegangen. Siebenmal gewannen die muslimischen Spieler. Viermal gingen die evangelischen und katholischen Fußballer als Sieger vom Platz, eine Begegnung endete unentschieden. Durch die erstmals gemischten Mannschaften spielte diese Bilanz diesmal jedoch nur eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt stand das, wofür das „Interreligiöse Kicken“ seit seiner Gründung steht: Begegnung, gemeinsamer Sport und der Dialog zwischen den Religionen.