„Triegel trifft Cranach“: Filmabend über Kunst und Glauben

veröffentlicht 27.10.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Wie lässt sich christliche Kunst aus vergangenen Jahrhunderten in die Gegenwart übertragen? Dieser Frage widmet sich der Dokumentarfilm „Triegel trifft Cranach“, den die Ökumenische Erwachsenenbildung Heppenheim am 17. November im Saalbau zeigt.

Die Ökumenische Erwachsenenbildung Heppenheim lädt für 17. November, Dienstag, um 17 Uhr zu einer Filmvorführung in das Saalbau-Kino (Wilhelm-Straße 38) ein. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten“ von Regisseur Paul Smaczny. Im Mittelpunkt steht ein außergewöhnliches Kunstprojekt, das zwei Maler aus unterschiedlichen Jahrhunderten miteinander verbindet. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Saalbau-Kino statt. Der Eintritt kostet 7,50 Euro.

Der Film erzählt die Geschichte eines Marienaltars im Naumburger Dom, den Lucas Cranach der Ältere im Jahr 1519 geschaffen hatte. Während des Bildersturms der Reformation wurde der Mittelteil des dreiteiligen Kunstwerks zerstört. Die beiden Seitenteile blieben erhalten. Da keine Aufzeichnungen über die ursprüngliche Gestaltung des Mittelteils existieren, stellte sich die Frage, wie sich der Altar nach rund 500 Jahren wieder vervollständigen ließe.

Mit dieser Aufgabe wurde im Jahr 2020 der zeitgenössische Künstler Michael Triegel beauftragt, der zur Neuen Leipziger Schule zählt. Er stand vor der Herausforderung, ein neues Mittelbild zu schaffen, das sich sowohl inhaltlich als auch stilistisch mit den erhaltenen Werken Cranachs verbindet. Zugleich sollte seine Arbeit eine eigenständige künstlerische Auseinandersetzung mit den christlichen Motiven ermöglichen.

Der Dokumentarfilm begleitet dieses Vorhaben und beleuchtet die Fragen, die sich aus der Begegnung zweier Künstler und ihrer unterschiedlichen Epochen ergeben. Wie lassen sich religiöse Darstellungen aus der Reformationszeit heute verstehen? Welche Bedeutung haben ihre Botschaften für die Gegenwart? Und wie können zeitgenössische Künstler christliche Themen aufgreifen, ohne lediglich historische Vorbilder zu wiederholen?

Dass sich Triegel intensiv mit der Darstellung religiöser Persönlichkeiten auseinandersetzt, zeigt auch sein Porträt von Papst Benedikt XVI. Das Werk wurde in der Kunstkritik als psychologisch tiefgründiges Menschenbildnis gewürdigt, das über eine bloße Verklärung des Porträtierten hinausgeht.

Die Filmvorführung bietet damit nicht nur Einblicke in die Entstehung eines besonderen Kunstwerks. Sie lädt zugleich dazu ein, über das Verhältnis von Kunst, Glauben und Geschichte nachzudenken. Im Anschluss an die Vorführung besteht für Interessierte die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.