Wanderfriedenskerze erinnert an Menschen, die für ihre Rechte eintreten

veröffentlicht 03.10.2026 von mr, Ev. Dekanat Bergstraße

Vier Gottesdienste mit der Wanderfriedenskerze finden im Oktober in Groß-Rohrheim, Hofheim, Gernsheim und Biebesheim statt. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die weltweit für Frieden, Menschenrechte und Demokratie eintreten.

Mit vier ökumenisch ausgerichteten Gottesdiensten beteiligt sich die Region im Oktober an der Aktion „Wanderfriedenskerze“. Die Feiern finden in Groß-Rohrheim, Hofheim, Gernsheim und Biebesheim statt. In diesem Jahr richtet die Friedensinitiative den Blick besonders auf Menschen, die sich weltweit für Menschenrechte, Frieden, Demokratie und ein gutes Leben für alle einsetzen.

Den Auftakt bildet am Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr ein Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Groß-Rohrheim. Am selben Tag wird die Wanderfriedenskerze um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Hofheim im Ried aufgenommen. Zwei weitere Gottesdienste folgen am Sonntag, 25. Oktober: um 10.15 Uhr in der Evangelischen Kirche Gernsheim und um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Biebesheim. Dort wirkt auch der Evangelische Kirchenchor mit.

Die ökumenische Friedensinitiative „Wanderfriedenskerze“ entstand nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York. Seither verbindet die Aktion Gottesdienste, Friedensgebete und weitere Veranstaltungen. Die Kerze steht dabei als sichtbares Zeichen für die Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion stehen prominente ebenso wie weithin unbekannte Frauen und Männer, die sich für die Rechte anderer einsetzen. Sie verteidigen Menschenrechte, schützen die Umwelt oder engagieren sich für Frieden, Demokratie sowie Gewerkschafts- und Frauenrechte. Die Initiative erinnert dabei an Menschen unter anderem in Belarus, der Türkei, dem Iran, China, Myanmar, Saudi-Arabien, den USA, Uganda, dem Sudan, Italien, Deutschland sowie Israel und den palästinensischen Gebieten.

Viele von ihnen gehen für ihr Engagement erhebliche persönliche Risiken ein. Sie werden bedroht und verfolgt, verlieren ihre Freiheit oder werden Opfer von Folter und Gewalt. Manche bezahlen ihren Einsatz mit dem Leben. Die Wanderfriedenskerze will an diese Menschen erinnern und ihr Engagement sichtbar machen.

Tauben sprengen ihre Ketten

Die Wanderfriedenskerze, die bei den Gottesdiensten in der Region zum Einsatz kommt, hat einen besonderen lokalen Hintergrund. Gestaltet wurde sie von den Frauen des Dekanatsteams des ehemaligen Evangelischen Dekanats Ried. Ihre Gestaltung ist bewusst schlicht und klar gehalten. Friedenstauben und Ketten greifen das Thema der diesjährigen Aktion auf.

Ein Teil der Tauben ist von Ketten umfangen. Sie stehen für Ungerechtigkeit und Verfolgung. Zwischen den Ketten sind Peace-Symbole zu sehen. Sie verweisen auf die vielen Menschen, die sich im Kleinen wie im Großen für Gerechtigkeit einsetzen und ungerechte Verhältnisse verändern wollen.

Zugleich erzählt die Gestaltung von der Hoffnung, dass Unterdrückung und Gewalt überwunden werden können. Zwei der Friedenstauben beginnen, ihre Ketten zu sprengen und sich zu befreien. Die Frauen des Dekanatsteams beziehen sich damit auf Psalm 34, Vers 16: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.“ Die sich befreienden Tauben stehen für die Hoffnung, dass Frieden und Gerechtigkeit Raum gewinnen und sich ausbreiten können.

Die Gottesdienste in der Region greifen diese Botschaft auf. Sie bieten Gelegenheit, gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit zu beten und an diejenigen zu denken, die sich trotz Bedrohung und Verfolgung für die Rechte und die Würde anderer Menschen einsetzen. Zu den Gottesdiensten sind alle Interessierten eingeladen.

Weitere Informationen und Ausleihmöglichkeiten für die Wanderfriedenskerzen (die in der Region entstandene Kerze kann nach zuvorige Reservierung im Heppenheimer Haus der Kirche abgeholt werden): hier klicken