Dekanat Bergstraße

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Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanates Bergstraße zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

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Aktionen und Aktivitäten im Dekanat Bergstraße

Die Reformation geht weiter

EKHN

31. Oktober 2017 - dieses Datum steht für 500 Jahre Reformation. Im Vorfeld will das Evangelische Dekanat Bergstraße auf dieses Großereignis aufmerksam machen. Hier finden Sie Berichte und Informationen über Aktivitäten und Aktionen zum Reformationsjubiläum. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert.

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Gottesdienst auf der Starkenburg

Das Evangelische Dekanat Bergstraße lädt am Pfingstmontag (5.Juni) zu einem großen Freiluftgottesdienst auf die Starkenburg ein. Beginn ist um 15.17 Uhr. Das Motto:
EINE STARKE(N) BURG IST UNSER GOTT.

Hier die wichtigsten Informationen zum Gottesdienst auf der Starkenburg:

Ankommen ab 14 Uhr

·         Parkplätze an der Starkenburg sind begrenzt.

·         am besten: zu Fuß in ca. 45 min zur Starkenburg

·         Parkmöglichkeiten bei Netto, Darmstädter Straße (B3)

·         bei Bedarf:  Shuttle-Service des Dekanats (von 13.30 bis 14.45 h) ab Netto-Parkplatz

·         auf dem Weg zur Starkenburg werden die „Neuen Thesen für unsere Zeit“ vorgestellt

·         Kaffee und Kuchen im Burghof

·         die Posaunen und die Theatergruppe empfangen die Besucher

Gottesdienst feiern ab 15.17 Uhr

·         Predigt der Starkenburger Pröpstin Karin Held

·         Musik von Christoph Schöpsdau und Band und dem Posaunenchor
          der Heilig-Geist-Gemeinde

Zusammen bleiben und ins Gespräch kommen

·         den Weitblick von der Starkenburg genießen

·         Kaffee, Kuchen, Snacks u.a. von den Schülerinnen der
          Liebfrauenschule Bensheim genießen

·         Zuhören – Reden – Feiern

Die Reformation geht weiter - machen Sie sich auf den Weg und feiern Sie mit uns

 

Neue Thesen für unsere Zeit

Unter dem Motto „Hier stehen wir, wir können auch anders“ hatte das Evangelische Dekanat Bergstraße zum 500.Reformationsjubiläum einen Thesenwettbewerb ausgeschrieben. Gesucht wurden „neue Thesen für unsere Zeit“. Unter Vorsitz der Starkenburger Pröpstin Karin Held hat eine  unabhängige Jury getagt und aus 109 eingereichten Thesen eine Top-Ten-Auswahl getroffen.

„Wir haben mit Freude und Tiefsinn sehr ergebnisorientiert gearbeitet. Es war produktiv, dass Menschen aus unterschiedlichen Berufen und mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Thesen geschaut haben. Es ist ein hervorragend zusammengesetztes Team“, meinte Pröpstin Held zur zehnköpfigen Jury. Mitglieder waren der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt, der katholische Dekan Christian Stamm (Bergstraße Ost), die Generalsekretärin des Internationalen Rats der Christen und Juden, Pfarrerin Anette Adelmann, die Leiterin des Diakonischen Werks Bergstraße, Irene Finger, der Redaktionsleiter des Starkenburger Echo, Bernd Sterzelmaier der Catholica-Referent des Konfessionskundlichen Instituts, Pfarrer Martin Bräuer, der Künstler Walter Renneisen sowie Franziska Fertig und Steffen Wolff von der Evangelischen Jugend.

Neben den zehn ausgewählten Thesen bat die Jury darum, dass das Evangelische Dekanat auch andere Thesen berücksichtigen und in geeigneter Form veröffentlichen sollte. Dazu zählen unter anderem diese Thesen: „Die Kirche spielt zwar nicht in der Bundesliga, aber bekennt euren Glauben wie ein echter Fan“ oder die These von Grundschulkindern aus Bensheim: „Die Kinder der Hemsbergschule wünschen sich, dass niemand, der aus einem anderen Land kommt, ausgegrenzt oder ausgelacht wird“ sowie der gewichtige Hinweis einer Viert-Klässlerin aus Viernheim: „Die Kirche soll lang sein und für die Leute extra gemütliche Sitzplätze.“

„Wir werden die ausgewählten und auch andere Thesen nicht nur in einer Broschüre veröffentlichen“, kündigte  Dekan Arno Kreh an, der sich ausdrücklich bei der Jury für ihr Engagement bedankte. „Auf der Starkenburg werden wir Pfingstmontag einen großen Freiluftgottesdienst feiern und dabei werden die Thesen entlang eines Thesenweges präsentiert.“

Das sind die Thesen, die es in die Top-Ten-Auswahl der Jury geschafft haben:

Glaube und Nächstenliebe
Diakonie sollte in der Öffentlichkeit zeigen, dass sie sich auf den christlichen Glauben gründet: Diakonie ist Christsein in der Öffentlichkeit.

Fürchtet euch nicht!
Der Angst vor dem Fremden stellen wir die Vermittlung christlicher Inhalte gegenüber. Vertrautheit mit dem Eigenen macht sicherer im Dialog mit dem Fremden.
Im Glauben an Gott und seine Kraft können wir aus diffusen Ängsten heraustreten, ohne sie zu verleugnen. Dann können wir uns mutig dem Leben mit all seinen Freuden, Aufgaben und Herausforderungen zuwenden.

Ökumene leben
Wir beklagen und wünschen uns: Die Trennung der evangelischen und der katholischen Kirche beklagen wir und wünschen uns mehr Mut zum ökumenischen Zusammenwachsen: Uns ist die Einheit der Christen ein wichtiges Anliegen.

Der Welt zugewandt
Die Evangelische Kirche steht im Auftrag Jesu: „Gehet hin in alle Welt“ (Mt 28). Sie arbeitet deshalb daran, dass sie in der Öffentlichkeit präsent ist und wahrgenommen wird. Die Kirche darf sich nicht auf den vermeintlich sicheren Raum der Kerngemeinde zurückziehen, sondern muss immer wieder den Weg nach außen suchen. Sie versucht, Kommunikations-partner für Gesellschaft und Politik zu sein indem sie wesentliche Veränderungen der Lebenswelt wahrnimmt und gemeinsam mit anderen Akteuren Raum für den öffentlichen Diskurs eröffnet.

Für Menschenwürde eintreten
Wir beklagen und fordern: Unsere Welt ist vielfach bedroht – politisch, ökologisch, ideologisch. Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland haben ein gemeinsames Wächteramt, das sie selbstbewusst und streitbereit ausfüllen müssen. Wir fordern diese auf, mutig alle Formen von Menschenverachtung und Diskriminierung anzuprangern und sich so zum Anwalt der Menschenwürde für alle Menschen zu machen.

Ein Geschenk des Himmels
Der freie Sonntag steht für die Würde des Menschen. Der Sonntag als Tag der Auferstehung Christi wird am ersten Tag in der Woche gefeiert. Das spiegelte sich auch im säkularen Kalender, der den Sonntag bis zum Jahr 1976 als ersten Tag der Woche auswies.  Wenn die Woche nicht mit der Arbeit beginnt, sondern mit der Ruhe, dann sichert uns Gott zu, dass wir Würde haben, unabhängig davon wie leistungsfähig wir sind. Der freie Sonntag zeigt uns, dass der Wert des Menschen sich nicht daran bemisst, wie viel er verdient, was er arbeitet, was er kauft oder verkauft. Ein Mensch, der 70 Jahre alt ist, hatte, sofern er sonntags nicht arbeiten musste, volle zehn Jahre seines Lebens Sonntage, an denen er sich nicht um seinen Lebensunterhalt kümmern musste. Der freie Sonntag ist ein Geschenk des Himmels.

Bildung für alle
Menschen sollen sich in Glaubensfragen selbst ein Bild machen können um eigenverantwortlich nach ihrem Gewissen eine Entscheidung treffen zu können. Deshalb war die Reformation auch eine Bildungsbewegung.
Die Kirche muss diesen Bildungsauftrag weiterhin ernst nehmen und dafür sorgen, dass Lernorte des Glaubens geschaffen werden.
In unserer Zeit sind Bildungswege so offen wie nie zuvor. Trotzdem bleibt festzustellen, dass die soziale Herkunft immer noch über eine berufliche Laufbahn wesentlich mitentscheidet. Deshalb muss sich die Evangelische Kirche dafür einsetzen, dass der Zugang zur Bildung allen Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – offensteht.

Sprache schafft Verständnis
Worte sind ein humaner Schatz, den es zu bewahren gilt. Das Wort bildet die kleinste, selbständige, begriffliche Äußerung einer Sprache und Grundlage unserer Kommunikation. Sie ist ein Mittel Empfindungen, Erkenntnisse, Meinungen etc. auszudrücken. Im Laufe der Zeit ändern sich Ausdrucksweisen, Ausdrucksformen und Kommunikationsmedien. In einer digitalisierten Welt, wo zunehmend seltener noch ganze Sätze kommuniziert werden, sollten alle gesellschaftlichen Einrichtungen, insbesondere auch Schulen, den Wert der Benutzung unserer Sprache beachten. Die Literatur, Aufsätze, Vorträge etc. sollten die zeitgemäßen Aussagen mit einem Wortschatz füllen, deren Inhalt nachhaltig verständlich ist.

Flagge zeigen
Null Bock verändert nichts, zeigt „Flagge“ für Frieden, Freiheit und Toleranz in unserer Gesellschaft.
Protestiert gegen Ungerechtigkeit, Fanatismus und Radikalismus, aber lasst die Fäuste unten.

Für Vertrauen - Gegen die Angst
Die reformatorische Bewegung war eine Bewegung gegen die Angst. Die damalige Kirche hat einerseits die Angst vor Hölle und Fegefeuer kräftig geschürt, andererseits mit dem Ablasswesen einen Ausweg aufgezeigt, der Menschen finanziell ausgenutzt und sie in der Abhängigkeit von der Kirche gehalten hat.
In unserer Zeit hat die Angst vielfältige Gesichter, das Angst-Barometer steigt an, insbesondere bei jungen Menschen.Zugleich versuchen gesellschaftliche Gruppen, vorhandene aktuelle Ängste gezielt zu schüren: z.B. die Angst vor Terror, vor Überfremdung oder vor sozialem Abstieg. Dabei werden Lösungen angeboten, die nicht wirklich einen Ausweg aus der Angst zeigen (z.B. Abschottung gegenüber allem Fremden).
Die Evangelische Kirche ist beim Lebensthema Angst in mehrfacher Hinsicht gefordert:
-  Sie muss die hysterische Emotionalisierung durch gesellschaftliche Gruppen durchschauen und beim Namen nennen.
- Sie muss deutlich machen, dass es keine absolute Absicherung im Leben gibt (vgl. „Lebens-Versicherung“)
- Sie steht vor der Herausforderung, die christliche Botschaft so zu formulieren, dass Menschen darin Trost und Lebenshilfe erfahren, dass sie Vertrauen und Hoffnung wagen können.- Sie muss Räume des Vertrauens schaffen, in denen Ängste benannt und ausgesprochen werden können.

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Das sind die zehn Thesen, die nicht zu den Top Ten gehören. Die Jury hat aber ausdrücklich empfohlen, sie als Denkanstöße in geeigneter Form zu veröffentlichen:

Sei dir sicher, Gott wird uns Herz und Hände mit Kraft und Liebe füllen, wann immer wir sie brauchen.

Back to the roots – dem Evangelium mehr Raum geben: nicht die Kirche orientiert sich am Zeitgeist, sondern setzt Zeichen in der Gesellschaft, gleichzeitig mit Reformation von veralteten Formen.

Die Kirche spielt zwar nicht in der Bundesliga, aber bekennt euren Glauben wie ein echter Fan.

Martin Luther sagt 1524: „Lasst uns doch endlich einmal die Vernunft gebrauchen.“

ICH WEISS, DASS ICH FREI BIN !!!
Ich weiß, dass ich frei bin, mich in jedem Augenblick neu zu entscheiden, zu tun und zu lassen, was immer ich möchte.
Ich weiß, dass ich gleichzeitig die Verantwortung trage für mein Handeln in Bezug auf
- mich selbst
- meine Mitmenschen
- alles, was auf der Erde existiert.
Das bedeutet, ich bin frei in meinem Tun, solange es geprägt ist von Ehrerbietung, Respekt und Liebe.

Und dazu kommen diese Thesen, die von Kindern eingereicht wurden:

Die Kinder der Hemsbergschule wünschen sich, dass niemand, der aus einem anderen Land kommt, ausgegrenzt oder ausgelacht wird.                             

Die Gottesdienste sollen später anfangen.                       

Die Kirche soll lang sein und für die Leute extra gemütliche Sitzplätze.                

Wir sollen spielen können. Und es soll mehr Action geben. Es soll in der Kirche Computer geben mit dem Spiel „minecraft“. Man soll nicht so viel Geld verschwenden. Es soll auch Weihnachten, Nikolaus, Ostern in der Kirche gefeiert werden.               

Die Kirchen sollten größer sein, damit mehr Leute in die Kirche reinpassen.     

Der Freiluft-Gottesdienst zum Reformationsjubiläum, der musikalisch von Christoph Schöpsdau und Band gestaltet wird, beginnt Pfingstmontag um 15.17 Uhr. Im Jahr 1517 veröffentlichte Martin Luther die 95 Thesen gegen das Ablasswesen. Das gilt als Beginn der Reformation. Der Thesenwettbewerb soll nach Angaben des Dekanats deutlich machen, dass die Reformation nicht abgeschlossen ist, sondern weitergeht.

Das Evangelische Dekanat Bergstraße bedankt sich bei allen Thesenschreiberinnen und -schreiber für ihr Engagement. Alle eingereichten Thesen finden Sie zum Nachlesen hier

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Alle Veranstaltungen auf einen Blick

Bis Oktober 2017 sind im Dekanat mehr als vierzig Veranstaltungen geplant, die eines deutlich machen: die Reformation geht weiter. Eine Broschüre, die im Heppenheimer Haus der Kirche erhältlich ist, informiert über alle bislang geplanten Veranstaltungen. Die Broschüre ist auch digital mit fast 20 MB schwergewichtig. Sie finden sie zum Herunterladen hier

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Und wenn morgen die Welt unterginge...

Er gilt als einer der bekanntesten und häufig zitierten Sätze des Reformators, auch wenn Martin Luther ihn so nicht gesagt hat: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Es ist ein Satz, der gegen die Weltuntergangstimmung und das „Es wird doch alles immer schlimmer“ ein Zeichen der Hoffnung setzen will mit einem tatkräftigen „Trotz alledem“ und „Jetzt erst recht!“ Denn bange machen gilt nicht und aufgeben ist das Letzte, was sich Protestanten erlauben dürfen.

Im Garten der Reformation

Zum Auftakt der Veranstaltungen zum 500jährigen Reformationsjubiläum beteiligten sich 18 Kirchengemeinden und das Heppenheimer Haus der Kirche an einer Apfelbaum-Pflanzaktion (Fotos oben). Die Bäume wurden rund um den Reformationstag Ende Oktober/Anfang November 2016 gepflanzt. Bei den Apfelbaumsorten handelt es sich um alte und mitunter seltene Standort- bzw. regionaltypische Sorten, die von der Bergsträßer Initiative der Streuobstwiesenretter und vom BUND empfohlen wurden.

Die Aktion wurde jeweils mit einem inhaltlichen Impuls verbunden. Dafür hatte Pfarrerin Dr. Vera-Sabine Winkler aus Gorxheimertal liturgische Bausteine entwickelt mit dem Titel „Im Garten der Reformation“.

Die Texte "Im Garten der Reformation" finden Sie zum Nachlesen hier

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