Ein Abend in der Reihe „Gott und die Welt“
Hölle, Tod und Teufel – Vom Leben vor und nach dem Tod
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06.02.2026
mr
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Die Auseinandersetzung mit dem Tod gehört zum Mensch-Sein. Dieser existenziellen Erfahrung widmet sich am Donnerstag, 26. Februar, ein Abend in der Reihe „Gott und die Welt“ der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bergstraße Nord. Von 19.30 bis 21.30 Uhr findet im Pfarrer-Reith-Haus (Weedring 47) in Seeheim ein Vortrag mit anschließendem Gespräch statt. Referent ist Rainer Kessler, emeritierter Professor und ausgewiesener Kenner biblischer und religionsgeschichtlicher Traditionen.
Unter dem Titel „Hölle, Tod und Teufel - Vom Leben vor und nach dem Tod“ geht der Abend grundlegenden Fragen nach, die alle Menschen betreffen. Die Gattung Mensch, der Homo sapiens, ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass ihre Angehörigen um ihre eigene Sterblichkeit wissen. Dieses Wissen zwingt dazu, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen - unabhängig davon, ob jemand gläubig oder ungläubig ist und woran er oder sie glaubt.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage nach der Grenze zwischen Leben und Tod. Ist diese Grenze klar gezogen? Oder greift der Tod bereits ins Leben hinein, etwa bei schwerer Krankheit oder im hohen Alter? Gibt es so etwas wie eine „Sphäre des Todes“, die schon im Leben wirksam ist? Und was bedeutet das für den Umgang mit der eigenen Endlichkeit?
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach dem, was nach dem Tod kommt. Schon die frühesten Menschen gaben ihren Verstorbenen Speisen mit ins Grab. Offenbar rechneten sie mit einem Weiterleben. Andere bestatteten Tote in embryonaler Haltung und verbanden damit vermutlich die Hoffnung auf eine Art Wiedergeburt. Doch wohin gingen die Toten? In ein himmlisches Paradies, wie es im alten Ägypten vorgestellt wurde? In die Unterwelt, die im alten Israel Scheol und in Griechenland Hades hieß?
Schließlich geht es um die Vorstellung eines Gerichts nach dem Tod. Im alten Ägypten glaubte man, dass die Seelen der Toten gewogen würden. Wer zu leicht war, wurde von einem Ungeheuer verschlungen. Wer schwer genug wog, durfte in die himmlischen Gefilde eintreten. Andere Traditionen kennen zwei Orte im Jenseits: einen Himmel für die Guten und eine Hölle für die Bösen. Daraus ergibt sich die Frage nach zwei Herrschern im Jenseits – Gott im Himmel und den Teufel in der Hölle. Oder liegt die wahre Erlösung ganz anders, etwa in der Auflösung von allem im großen Nichts, wie es asiatische Religionen beschreiben?
Der Vortrag gibt Einblicke in unterschiedliche religiöse und kulturelle Antworten auf diese Fragen. Er will keine fertigen Lösungen liefern, sondern eine Grundlage für das anschließende Gespräch schaffen. Ziel ist es, miteinander über Themen ins Gespräch zu kommen, die alle Menschen bedrängen, weil sie sterblich sind und das wissen.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Alle Interessierten sind eingeladen, mitzudenken, mitzuhören und mitzudiskutieren.
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