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Evangelische Kirchengemeinde Zwingenberg

Naturnahe Umgestaltung des Kirchhofs ist weitgehend abgeschlossen

© Michael RänkerMit der Gewährung von Landesmitteln in Höhe von 16.500 Euro für die naturnahe Umgestaltung des Zwingenberger Bergkirchen-Areals erfolgte im Spätsommer der Startschuss für die praktische Umsetzung. Zwischenzeitlich erfolgte die Schlussabnahme.

Mit der Gewährung von Landesmitteln in Höhe von 16.500 Euro für die naturnahe Umgestaltung des Zwingenberger Bergkirchen-Areals erfolgte im Spätsommer der Startschuss für die praktische Umsetzung. Zwischenzeitlich erfolgte die Schlussabnahme.

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Im Spätsommer hat die Evangelische Kirchengemeinde Zwingenberg für die naturnahe Umgestaltung des Außengeländes an der Bergkirche Fördermittel vom Land Hessen in Höhe von rund 16.500 Euro und damit einen Kostenersatz von 85 Prozent für das Projekt erhalten (wir haben berichtet). Die Übergabe des Förderbescheids im September war gleichzeitig auch der offizielle Startschuss für die praktische Umsetzung. Und auf dem Areal rund um das mittelalterliche Gotteshaus hat sich bis in den Herbst hinein tatsächlich so Einiges getan:

Neue Beete...

Der begehbare Blumenrasen wurde mit trockenresistenten Arten eingesät, auch eine Totholzhecke wurde errichtet. Diese konnte direkt mit dem auf dem Gelände angefallenen Grünschnitt aufgeschichtet werden. Überdies wurden verschiedene Beete vorbereitet und teils mit Holzstämmen beziehungsweise Steinen eingefasst. Auf dem Gelände vorhandenes Steinmaterial hat in der Begrenzung eines kleinen Staudenbeetes seine Wiederverwendung gefunden. Außerdem wurden fünf Blumeninseln im Wiesenbereich auf der Ostseite angelegt. Im Rahmen einer durch den Fachbetrieb angeleiteten Pflanzaktion haben Mitglieder der Gruppe naturnaher Kirchhof mit tatkräftiger Unterstützung von sechs Konfirmanden und Konfirmandinnen die vorbereiteten Beete dann mit Polsterstauden und Blumenzwiebeln bepflanzt.

...und neue Bäume

In einem weiteren Schritt wurde neuen Bäume - ein Burgenahorn und eine Elsbeere – gepflanzt. Mit zirka fünf bis acht Metern Höhe bleibt der Burgenahorn, auch französischer Ahorn genannt, ein Kleinbaum; er wurde als Hochstamm auf der Nordseite der Kirche neben der ehemaligen Linde gepflanzt. Die Elsbeere wiederum - das größte heimische Rosengewächs - wird mit zirka 15 bis 20 Metern Höhe größer und hat daher auf der östlichen Wiese hinter der Kirche ihren Platz gefunden. Bereits vor den Pflanzaktionen wurden zur Bewässerung zwei Regenwassertanks auf der Nordseite der Kirche aufgestellt und an die Regenfallrohre angeschlossen. Jeder Tank fasst 1000 Liter.

Zwischenzeitlich konnte nun die Schlussabnahme durch die vom Kirchenvorstand beauftragte Naturgartenplanerin Eva Distler, Kirchenvorsteherin Sophie Breitenfeld und Sabine Allmenröder, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Bergstraße, erfolgen. Das Trio machte sich mit dem Auftragnehmer, dem Fachbetrieb für naturnahe Gartengestaltung von Jürgen Schmidt, und in Begleitung von Bernd Bickelhaupt, der sich um das Außengelände mitkümmert, auf einen entsprechenden Rundgang.

Helfende Hände gesucht

„Schauen Sie doch einmal bei einem Sonntagsspaziergang vorbei und machen sich einen ersten Eindruck von den Veränderungen“, lädt Kirchenvorsteherin Sophie Breitenfeld nun alle Interessierten ein und kündigt an: „Sobald der Frühling Einzug hält, führen wir Sie gerne offiziell durch den neuen Garten. Ein Termin dafür wird rechtzeitig bekanntgegeben.“ Überdies werden helfende Hände für die Pflege des Kirchhofs gesucht: Wer sich für naturnahes Gärtnern interessiert und sich ehrenamtlich betätigen möchte, der kann per E-Mail: sophie.breitenfeld@ekhn.de mit Frau Breitenfeld Kontakt aufnehmen und Teil der Gruppe „naturnaher Kirchhof“ werden. In den ersten beiden Jahren wird der Fachbetrieb für naturnahe Gartengestaltung bei der Pflege der Anlage noch unterstützen.

Hintergrund

Bei der Überreichung des Bewilligungsbescheids im September hatte Michael Weidner, der das Vorhaben im Namen der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Bergstraße begleitet, das Ziel des Projekts erläutert, mit dem die Evangelische Kirchengemeinde sich unter dem Aspekt „Bewahrung der Schöpfung“ bereits seit einigen Jahren beschäftigt: „Das stark verarmte und ausgeräumte Außengelände soll in eine naturnahe Oase umgestaltet werden.“ Hauptziel des Naturschutzprojekts sei die „ökologische Aufwertung“ und die „Revitalisierung“ des Kirchhofs. Dazu Weidner: „Durch die Bepflanzung mit standortgerechten Wildstauden und die Ausbringung von Saatgut regional vorkommender Blühpflanzen sollen die biologische Vielfalt gefördert und ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geschaffen werden.“

Projekt mit Vorbildfunktion

Laut Michael Weidner hat das Zwingenberger Projekt Vorbildfunktion für kirchliche Flächen, „weil es der erste Außenbereich eines kirchlichen Gebäudes ist, der von einer Naturgartenplanerin mit biologischer Fachkenntnis konzipiert und von einem Fachbetrieb, der über Erfahrungen mit Wildstauden und Gehölzen verfügt, ausgeführt wird“. Weidner hofft, „dass bei kirchlichen, aber auch bei öffentlichen Entscheidungsträgern ein Bewusstsein für den Wert naturnaher Flächen und die Notwendigkeit ihres Schutzes geschaffen wird“.

Die naturnahe Gestaltung des Außengeländes soll überdies zu einer „Bildungsinitiative“ werden: Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie die Mädchen und Jungen, die die Evangelische Kindertagesstätte besuchen, sollen so den Wandel der Tier- und Pflanzenwelt im Laufe der Jahreszeiten erfahren, Umweltbewusstsein erlernen und angeregt werden, sich für Naturschutz zu engagieren.

Das Areal soll "funktional" bleiben

Begleitet wurde das Vorhaben auch von Sabine Allmenröder, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Bergstraße, die die Evangelischen Kirchengemeinden in der Region unter anderem beim Thema Biodiversität auf Kirchenflächen unterstützt und die auch den Förderantrag gestellt hat. Trotz aller Naturnähe soll das Außengelände auch „funktional“ bleiben, so Frau Allmenröder: Auch künftig sollen Gottesdienste oder Veranstaltungen wie die Sommer-Mal-Werkstatt im Freien stattfinden können.

Ehrenamtlich unterstützt wurde und wird die naturnahe Gestaltung des Bergkirchen-Areals von der Gruppe „Naturnaher Kirchhof“, die mitgedacht und die sich bereiterklärt hat, die Pflege inklusive der Bewässerung zu übernehmen

Die Fördermittel des Landes Hessen stammt aus Ersatzzahlungen, die immer dann ans Land zu leisten sind, wenn im Rahmen von Bauprojekten Eingriffe in Natur und Landschaft erfolgen, die nicht an anderer Stelle ausgeglichen werden können. Dieses sogenannte „Ersatzgeld“ wird dann für natur- und artenschutzfördernde Projekte zur Verfügung gestellt.

Eingebunden in das Projekt waren auch die Untere Denkmalbehörde des Kreises Bergstraße sowie das Baudezernat der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

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