Dekanat Bergstraße

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Einer trage des anderen Last

Die evangelischen Kirchengemeinden haben am vergangenen Wochenende ihr Leitungsgremium neu gewählt. Nicht immer war es leicht, genügend Frauen und Männer für eine Kandidatur zum Kirchenvorstandsamt zu gewinnen.  Vielfach belastet durch berechtigte Existenzängste, Homeoffice und Homeschooling in dieser Zeit der Pandemie, scheuen sich viele Menschen vor weiteren Verpflichtungen. Ich kann das gut verstehen. Noch ist trotz sinkender Inzidenzzahlen und steigender Zahl der Geimpften das Ende der Pandemie nicht absehbar. Dieses Gefühl der Unsicherheit lähmt die Menschen, nimmt ihnen viel ihrer Lebensenergie.

Dass sich dennoch in allen Gemeinden unseres Dekanates genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden haben, um die Kirchenvorstandswahlen durchzuführen, erfüllt mich mit großer Freude. Es zeigt mir, dass Menschen noch immer bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich zum Wohle anderer zu engagieren. Sie tun dies aus dem Vertrauen heraus, dass Gott ihnen die Kraft dazu schenken wird. Das kann eine Quelle neuen Lebensmuts sein, der einen Menschen aus der Resignation herausholt, ihm neue Perspektiven schenkt.

In seinem Brief an die Gemeinden in Galatien schreibt Paulus:

Einer trage des anderen Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Galater 6, 2)

Mich tröstet dieses Bibelwort, wenn ich wieder einmal meine, alles wächst mir über den Kopf. Erinnert es mich doch daran, dass ich nicht für mich alleine lebe. Ich darf meine Lasten, meine Sorgen und Ängste mit anderen teilen, ihre Hilfe annehmen, manchmal auch Verantwortung abgeben. Und ebenso kann ich anderen Menschen in ihren Sorgen und Nöten beistehen – so gut ich das vermag, ohne mich zu überfordern. 

Gott will nicht, dass wir uns verausgaben und uns dabei selbst verlieren. Er stellt uns in eine tragfähige Gemeinschaft, in der einer dem anderen beisteht und zu tragen hilft, was zu tragen ist.   

So soll es auch im Kirchenvorstand sein. Da geht es nicht um Profilierung oder gegenseitiger Überforderung, sondern um das gemeinsame Tragen von Verantwortung in einer vertrauensvollen Atmosphäre gegenseitiger Achtung und Wertschätzung, in der jedes Mitglied die eigenen Talente einbringen kann; die aber auch die Grenzen der Belastbarkeit eines/r jeden respektiert.

Ich wünsche den bisherigen wie auch den neu gewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern, dass sie dieses Gremium als tragende und von Gottes Geist getragene Gemeinschaft erleben, damit sie die Lust an ihrem Amt niemals verlieren werden.

Jutta Grimm-Helbig, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Lindenfels

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