Dekanat Bergstraße

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Das Wunder der Sprachverwandlung

Pfingsten, da passiert etwas mit der Sprache. In der Pfingstgeschichte wird erzählt, dass der Geist Gottes über die ängstlichen Jünger kam, und sie begannen, auf neue Weise zu sprechen, und zwar so, dass alle sie verstanden.

Gerade traf in Jerusalem eine Art „Welt im Kleinen“ zusammen beim jüdischen Pfingstfest. Und dann plötzlich: Alle verstehen sich. Hören die eigene Muttersprache. Neben den vielen Gaben, die dem Geist Gottes zugesprochen werden, gehört diese zu den überraschenden: Der Geist Gottes bewirkt, dass Sprache sich verändert. Dass in einer Sprache gesprochen wird, die jede und jeder versteht. Eine Sprache, die von Feuer erfüllt ist und die Herzen der Hörer wärmt. Die den direkten Draht zum anderen findet. An Pfingsten passiert etwas mit der Sprache. Sie ist so empfindlich und kann so vieles anrichten. „Ich kann sagen, was ich will, sie deutet alles falsch“, sagt eine Frau über ihre Schwester. „Sie dreht mir das Wort im Mund herum“ - Unverständnis, obwohl beide deutsch reden. Ein einziges Wort auf dem Schulhof kann eine Prügelei auslösen. „Unwörter“ gefährden den gesellschaftlichen Frieden, weil sie Personengruppen herabwürdigen. Vermeintlich sprechen wir noch eine Sprache, doch es herrscht ein Ungeist.

Pfingsten ist das Wunder der Sprachverwandlung, das Ereignis einer neuen Sprache aus Gottes gutem Geist. Einer Sprache, die nicht herabwürdigt, sondern aufbaut. Die nicht verletzt, sondern heilt. Die andere nicht totredet, sondern Raum lässt für die einzigartige Sprache des Herzens, die jeder Mensch besitzt. Eine Sprache, die - nur scheinbar ein Widerspruch in sich - auch ohne Worte auskommt und Menschen zusammenbringt. An Pfingsten feiern wir darum Gottes Geist, der Menschen verbindet über alle Zeiträume und Kontinente, Hautfarben und Konfessionen, Gräben und Trennungen hinweg.

Pfarrerin Uta Voll,  Evangelische Kirchengemeinde Gronau/Zell

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